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Hinterland „Über lange Jahre bekannt für unser Bier“
Landkreis Hinterland „Über lange Jahre bekannt für unser Bier“
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00:18 30.07.2018
Der aktuelle Besitzer der früheren Brauerei Thome hat die Maschinen verkauft. Ursprünglich plante er eine Pension oder ein Hotel einzurichten. Passiert ist bisher aber nichts. Quelle: Sascha Valentin
Wolzhausen

Die traditionsreiche Brauerei in Wolzhausen steht seit Jahren leer. Der aktuelle Besitzer hat die Einrichtung so weit wie möglich zu Geld gemacht. Derzeit passiert gar nichts in dem Industriedenkmal. Nun befürchten die Wolzhäuser, dass das Gebäude nach und nach verkommt und verfällt.

Ortsvorsteher Thomas Achenbach ist der Meinung, dass die Brauerei wieder in Gemeindehand kommen sollte. „Dafür gibt es Fördertöpfe, die genutzt werden können.“ Möglicherweise werde der Eigentümer das Brauhaus günstig verkaufen, weil er keine Verwendung mehr dafür habe. Wolzhausen könne dann etwas daraus machen, zum Beispiel einen Seniorentreff. „Da hängt Tradition dran“, sagte der Ortsvorsteher. „Für unser Bier waren wir über lange Jahre bekannt.“

In Wolzhausen braute die Thome-Brauerei etwa 200 Jahre lang heimisches Bier. 2006 ging sie in die Insolvenz, im Februar 2007 versuchte das Hinterländer Brauhaus einen Neustart und war die letzte Brauerei im Landkreis. Doch der Versuch scheiterte. Im Januar 2011 wurde das letzte Bier verkauft, seit mehr als sieben Jahren steht die Brauerei leer. Geblieben ist nur die Gaststätte „Hinterländer Braustube“ gegenüber der einstigen Brauerei, nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.

Eigentümer vertröstet mehrfach

Nach mehreren Besitzerwechseln übernahm die Firma „hbTEC“ von Yasar Hazar das Anwesen. Der Maschinenhändler aus Krefeld baute unter anderem die Brauanlage aus und verkaufte sie. Aber auch das ist inzwischen fast vier Jahre her.

Danach wollte Hazar ein Hotel oder eine Pension im ehemaligen Verwaltungsgebäude einrichten. „In ein bis zwei Monaten werden wir entscheiden, dann können wir sprechen“, sagte der Unternehmer dieser Zeitung auf telefonische Nachfrage. Diese Auskunft hat er allerdings in den vergangenen Jahren schon mehrfach gegeben, ohne dass sich an der Situation in der alten Brauerei etwas geändert hat.

Nach Angaben von Bürgermeister Christoph Felkl (SPD) steht die Gemeinde mit dem Eigentümer in Kontakt. „Uns liegt eine Schätzung über den Wert des Anwesens durch das hiesige Ortsgericht vor.“ Einen Plan für das Gebäude gebe es noch nicht, „aber eine Idee“. Details wollte der Verwaltungschef allerdings noch nicht nennen.

von Mark Adel