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Hinterland Wissenscampus wächst weiter
Landkreis Hinterland Wissenscampus wächst weiter
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00:18 23.06.2018
11,8 Millionen Euro flossen in den Werkstatt-Neubau der Beruflichen Schulen Biedenkopf. Die Palette der Nutzung ist breit, reicht von Kunststoff- und Metall- bis zu Holz- und Elektrotechnik. Quelle: Hartmut Bünger
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Biedenkopf

11,1 Millionen Euro hat der Landkreis laut Landrätin Kirsten Fründt (SPD) in das neue Gebäude investiert. Hinzu kamen 400.000 Euro privater Investoren sowie 300.000 Euro an EU-Mitteln, sodass die Gesamtsumme 11,8 Millionen Euro beträgt. Die IHK nutzt 240 Quadratmeter, die THM 720 Quadratmeter. Der Löwenanteil entfällt mit 1.900 Quadratmetern auf das Werkstattgebäude der Beruflichen Schulen.

Die Investition sei „ein klares Bekenntnis zum Schulstandort und zur Region“, sagte die Landrätin bei der Einweihungsfeier in den Beruflichen Schulen gleich zweimal. „Es ist nicht die Auftragslage, die uns beschäftigt“, beschrieb Fründt die ­Situation der Firmen. Die treibe eher die Frage um, wie sie an die nötigen Fachkräfte kämen, um die Nachfrage auch in Zukunft befriedigen zu können. Das neue Gebäude für die Beruflichen Schulen könne einen Beitrag leisten, indem es helfe, die Jugendlichen hier auszubilden und in der Region zu halten.

Zachow: Wichtige Zukunftsentscheidung

In die gleiche Richtung zielte Schuldezernent Marian Zachow (CDU) in seiner Rede. Die Investition in den Standort sei eine wichtige und Weichen stellende Zukunftsentscheidung für das gesamte Hinterland. Denn dass die Region wirtschaftlich so erfolgreich sei, habe seinen Grund darin, dass man hier über „die besten Köpfe und Hände“ verfüge. Die Bildungsarbeit in dem neuen Gebäude werde einen wichtigen Beitrag leisten, zeigte er sich zuversichtlich, dass das auch so bleibt.

Die Sichtbetonwände im neuen Haus nahm Zachow als Metapher für den Bildungsbegriff der Beruflichen Schule. Hier nehme man die Menschen, so wie sie sind, presse sie nicht in Schablonen, sondern fördere sie bei der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und der eigenen Stärken. „Das ist Kompetenzbildung im besten Sinne“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

Netzwerkpflege wird hoch gehalten

Alle die, die in dem neuen ­Gebäude tätig sein werden, bezeichnete er als „Begegnungsweltmeister“. Denn sie würden Bildung organisieren, indem sie Wirtschaft, Wissenschaft, Allgemeinbildung und berufliche Kompetenzbildung zueinander bringen. Was bei den Vertretern des Landkreises schon anklang, setzte sich thematisch in der ­Rede des Schulleiters Karl-Heinz Schneider fort. Auch er wertete den Neubau als Zeichen für Standorterhalt und Zukunftssicherung, auch er stellte die Bedeutung der Kooperation von Schule und Wirtschaft heraus, um an den Beruflichen Schulen ein zeitgemäßes Lehrangebot bieten zu können.

Die Zusammenarbeit bestehe im Übrigen nicht nur zwischen THM, IHK und BSB, betonte Schneider, die Berufsschule stehe auch in engem Kontakt mit den allgemeinbildenden Schulen, der Agentur für Arbeit, Bildungsträgern und weiteren Einrichtungen.

Private Investoren steuerten 400.000 Euro bei

Rund 1.400 Schüler besuchen momentan die Berufsschule,­ berichtete Schneider, davon sind etwa 300 in Bezirks-, Landes- oder Bundesfachklassen. „Seit Jahren ist die Schülerzahl entgegen der Prognosen konstant“, sagte der Schulleiter, wobei er zugab, dass bei der Konstanz nicht zuletzt die Migration eine Rolle spiele.

IHK-Präsident Eberhard Flammer richtete sich zunächst ausdrücklich an die Lehrer. „Sie teilen das Feinste, was wir haben, das Wissen, mit der jungen Generation“, stellte er die Bedeutung ihrer Arbeit heraus. Flammer lobte den Mut der politisch Verantwortlichen, vor Jahren die Entscheidung für den Bau getroffen zu haben, stellte aber auch den Beitrag der Wirtschaft heraus. 400.000 Euro hätten ­private Investoren beigesteuert, zusammen mit kooptierten EU-Mittel ergebe sich eine Summe von 700.000 Euro.

Das sei ein Ausdruck der Wertschätzung und des Selbstbewusstseins für diesen und in diesem Ort, sagte Flammer. Gegenüber den Vertretern des Landkreises erneuerte er das Versprechen der Wirtschaft, die THM-Außenstelle zum Erfolg zu führen. „Ja, wir bringen die 100 Studenten“, sagte er.

Neben Dr. Heike Jäger, Referatsleiterin im hessischen Kultusministerium, stellte auch Biedenkopfs Bürgermeister­ Joachim Thiemig (SPD) die ­Bedeutung des Neubaus für die ­Zukunft der Region heraus.

von Hartmut Bünger

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