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„Wir hätten den Termin eingehalten“

Sepa-Umstellung „Wir hätten den Termin eingehalten“

Die Vorbereitungen zur Umstellung auf den Sepa-Zahlungsverkehr laufen - trotz angekündigter Fristverlängerung - weiter auf Hochtouren.

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Heinrich Aillaud von der Sparkasse beantwortete Fragen aus dem Publikum.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Am Mittwoch saß Heinrich Aillaud vom Sepa-Team der Sparkasse Marburg-Biedenkopf noch mit zahlreichen Vertretern von Banken und aus dem Hessischen Finanzministerium auf dem Podium im Audimax. Denn rund 230 Vereinsvertreter waren gekommen, um sich zum bevorstehenden Wechsel auf das Sepa-Zahlungsverfahren zu informieren. Denn am Mittwoch stand noch fest: Zum 1. Februar müssen Vereine und Unternehmen das neue Verfahren für Zahlungen und - vor allem für Vereine wichtig - für Lastschriften nutzen.

Landesregierung will Vereine informieren

Zu der Informationsveranstaltung hatte das Hessische Finanzministerium die Vereinsvertreter eingeladen. „Die Landesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, den hessischen Vereinen den Wechsel zu Sepa durch umfassende Beratung und Unterstützung zu erleichtern“, erklärte Staatssekretär Horst Westerfeld. Hessen habe rund 48000 Vereine, „die unsere Gesellschaft ganz entscheidend bereichern“. Genauso wie Unternehmen, das Land, die Kommunen und nicht zuletzt auch Privatpersonen sind sie von der Umstellung des nationalen Zahlungsverfahrens zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa betroffen. Und laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank gebe es nach wie vor viele Vereine, die die notwendige Umstellung noch nicht abgeschlossen hätten.

Die Fragen der Vereinsvertreter zeigten am Mittwoch, dass durchaus noch Erklärungsbedarf herrscht.

Umstellung bringt viel Arbeit für Vereine mit sich

Denn die Vereine müssen bei der Deutschen Bundesbank eine Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen, die Bankverbindungen ihrer Mitglieder ins Iban-Format umwandeln und sich um sogenannte Sepa-Mandate kümmern, um künftig Mitgliedsbeiträge als Lastschrift einziehen zu können.

Westerfeld warnte: „Wer sich nicht rechtzeitig vorbereitet, geht erhebliche Risiken ein.“ Er war jedoch zuversichtlich: „Ein erfolgreicher Umstieg auf die Sepa-Zahlungsverfahren ist in der verbleibenden Zeit problemlos zu schaffen, wenn wir uns jetzt gemeinsam auf den Umstellungsweg begeben.“

Diese Zuversicht teilte die EUKommission wohl nicht: Sie schlug am Donnerstag vor, die Frist zur Umstellung für Vereine, Kommunen und Unternehmen bis zum 31. Juli zu verlängern (die OP berichtete). Allerdings müssen die EU-Finanzminister und das Europa-Parlament noch zustimmen.

Auch Heinrich Aillaud war von diesem Vorstoß überrascht. „Ich bin mir sicher: Wir hätten den Termin eingehalten“, sagt er im Gespräch mit der OP. Vor allem die rund 12000 Unternehmenskunden hätten schon nahezu zu 100 Prozent auf das neue Verfahren umgestellt.

Etwa 2000 Vereine seien Sparkassenkunden, bei denen sei „der Nachholbedarf noch etwas größer.“ Doch auch dort seien die Vertreter sensibilisiert und wüssten, „dass sie etwas tun müssen“, sagt Aillaud. Der Berater weiß jedoch auch: „Manche Kassierer wollen sich mit dem Thema nicht beschäftigen und wollen etwa bei jetzt anstehenden Neuwahlen ihr Amt abgeben.“ Dies würde die Problematik der wichtigen Umstellung jedoch nicht lösen, sondern nur verlagern. Heinrich Aillaud stellt auch klar: „Durch die Fristverlängerung werden wir unsere Strategie nicht ändern.“

Man berate schon sehr lange und sehr intensiv zum Thema - nicht nur Vereine und Firmen, sondern auch Privatkunden. Daher rät er, die Umstellung auf das Sepa-Verfahren nicht auf die lange Bank zu schieben.

von Andreas Schmidt

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