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Wimmelbilder im alten Hinterland

Märchenbilder Wimmelbilder im alten Hinterland

Viele Märchen-Illustrationen Otto Ubbelohdes lassen sich in der hiesigen Umgebung lokalisieren.

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Im Hinterlandmuseum ist die Tracht ausgestellt, die Ubbelohde als Motiv für Gretel auswählte. Für Kinder wie Nele Burger ist sie ein besonderer Anziehungspunkt.

Quelle: Helmut Burger

Biedenkopf. Wimmelbilderbücher sind für kleine und größere Kinder gedacht. Es wird die Neugier geweckt und angetrieben, immer wieder etwas entdecken zu können. Die Entdeckungen finden sich häufig in einem gemeinsamen Rahmen, zum Beispiel in einem Bauernhof oder Zoo, im Piratenschiff oder in Märchenwelten.

Wimmelbilderblicke

Ein „natürliches“ Märchen-Wimmelbilderbuch im XXL-Format bietet Battenberg, die schöne Bergstadt, die früher zum Kreis Biedenkopf gehörte. Es handelt sich um den weiten Blick vom Burgbergturm in die herrliche Landschaft, auch Grimmheimat genannt. Dank Otto Ubbelohde liegen viele Märchenplätze nach den Brüdern Grimm direkt im Blickfeld oder werden in Tälern oder hinter Bergen erahnt. Auch von der Sackpfeife bietet sich ein ähnliches Panorama.

Vom Hohen Lohr bis Wittgenstein lassen sich etwa 30 Märchenplätze zusammenstellen und ein Ende ist sicher noch nicht erreicht, wenn man den Spuren weiter nachgeht.

Viele dieser Plätze sind gut bekannt, wie „Aschenputtel“ oder „Hänsel und Gretel“ auf dem Christenberg sowie „Frau Holle“ über dem Rimberg zwischen Marburg und Biedenkopf.

Aber auch „vergessene“ Märchen-Mädchen konnten um das Hinterland verortet werden, und zwar nach den Trachten, die ihnen Otto Ubbelohde „angezogen“ hat. Hier ist demnach „Gretel- und Rotkäppchen-Land“, wie in einer dreiteiligen OP-Serie im Juni/Juli gezeigt.

Ebenso wurde die Heimat von Schneewittchen ohne Tracht, aber nach dem Haar „schwarz wie Ebenholz“, hier angesiedelt. Das Ebenholz hat vermutlich Werner I von Battenberg und Wittgenstein von seinem Kreuzzug mitgebracht.

Auslöser dieser Neu- beziehungsweise. Wiederbeheimatung sind das Grimmjahr - 200 Jahre Märchen der Brüder Grimm - und der erste Literarische Frühling 2012 in Nordhessen. Hier wurden unter anderem Erkenntnisse hinsichtlich der Lieblingsmärchen von literarischen und anderen Persönlichkeiten gefunden, die auch im Blickfeld vom Burgbergturm oder der Sackpfeife liegen.

Die Lieblingsmärchen

Als Lieblingsmärchen haben sich mit ihren Schauplätzen herausgestellt:

n„Daumerlings Wanderschaft“ über Mellnau, ein Lieblingsmärchen von Günter Grass;

n„Hans im Glück“ im Lahntal bei Sterzhausen, Lieblingsmärchen von Mario Adorf;

n „Der Eisenhans“ im Spiegelteich unter dem Christenberg sowie in Mellnau, Lieblingsmärchen von Wilhelm Grimm und von Otto Ubbelohde selbst;

n„Der Eisenofen“ im Schloss Wolkersdorf, wo Philipp der Großmütige seine Zweitfrau versteckt hatte.

n„Der Eisenofen“ und „Schneewittchen“ sind auch Lieblingsmärchen der Ofenbauer. Da Aschenputtel auf dem Christenberg viel Asche „benötigte“, waren die laut Inventarliste vielen Eisenöfen im Schloss Wolkersdorf durchaus hilfreich.

Wenn Kinder oder andere Märchenbegeisterte einmal die Greteltracht in Augenschein nehmen möchten, lohnt sich ein Weg ins Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf. Dort kann man Gretel in ihrer Tracht begrüßen (siehe nebenstehendes Foto) .Auch der „Eiserne Heinrich“ könnte einem dort begegnen. Im Museum steht eine berggängige Pferdekutsche der kaiserlichen Post, die zwischen Biedenkopf und Battenberg verkehrte. Sie könnte Ubbelohde als Vorlage im „Froschkönig“ gedient haben.

Die Wimmelbilderkarte

Anhand der Wimmelbilderkarte lassen sich Orte und Landschaften mit ihren georteten Märchenplätzen erkennen, häufig eindeutig, manchmal ist aber viel Fantasie gefragt. Auf der Seite 5 werden die zugehörigen Illustrationen von Otto Ubbelohde wiedergegeben. Übrigens: früher haben sich Erwachsene an Wimmelbildern erfreut. Ein typisches Beispiel ist von Hieronymus Bosch: „Der Garten der Lüste“.

von Professor Helmut Burger

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