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Wildschafe „pfeifen“ auf Kontakt mit Menschen

Biedenkopf Wildschafe „pfeifen“ auf Kontakt mit Menschen

Kürzlich sprach mich ein Nachbar aus Biedenkopf an. Er sei vor einigen Tagen mit seinem Mountainbike im Wald in der Nähe des Eschborns gefahren, als plötzlich ein Rudel Mufflons vor ihm auf dem Waldweg gestanden habe. Er stieg vom Rad ab, trotzdem flüchteten die Wildschafe nicht. Das wunderte ihn.

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Mufflons sind in der Region rar geworden. Archivfoto

Biedenkopf. Das Muffelwild stammte vermutlich aus einem Gatter oberhalb von Dexbach. In dem Gatter wurden bis vor einigen Wochen Mufflons an die Umgebung gewöhnt und dann ausgewildert. Sie sind noch an Menschen gewöhnt, weil sie dort im Gatter von Menschen betreut wurden. Das wird sich jedoch bald ändern.

Die Muffel, die sehr gut sehen können, stoßen einen Warnpfiff aus, wenn ihnen der Mensch zu nahe kommt und suchen dann wieder den Schutz des Waldes. Das Wildschaf kommt in Hessen – laut Landesjagdverband – auf rund fünf Prozent der Landesfläche vor.

Auf etwa 1.000 Tiere wird die Gesamtzahl dieser Wildart in Hessen geschätzt. Zum Vergleich: Rund 240.000 Rehe ziehen in Hessen ihre Fährte. Ursprünglich waren die Wildschafe wohl in ganz Mitteleuropa verbreitet.

Im 19. Jahrhundert gab es nur noch geringe Vorkommen im Mittelmeerraum. Von dort wurden sie dann in Deutschland und seinen Nachbarländern wieder „eingebürgert“. Ich freue mich, wenn ich dieses schöne Wild draußen sehe , und ich denke, dass es den meisten Menschen so geht.

Im November hört man manchmal lautes Krachen im Wald. Das könnten Muffelwidder sein, die in Brunftkämpfen um die Schafe mit gesenkten Häuptern gegeneinander prallen, solange, bis einer das Feld räumt. Sie bestehen aus Horn und bleiben den Widdern lebenslang erhalten.

In Muffelwildhegegemeinschaften setzen Jäger und Grundeigentümer die Abschusshöhe fest. Dabei wird darauf geachtet, dass nur so viel erjagt wird, wie nachwächst.

Volker Klingelhöfer ist Pressesprecher der Jägervereinigung Hinterland.

von Volker Klingelhöfer

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