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Mehr als 70 Haarproben von Wildkatzen

Erfassung im Lahn-Dill-Bergland Mehr als 70 Haarproben von Wildkatzen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor einigen Tagen seine Erfassung der seltenen Wildkatze im Naturpark Lahn-Dill-Bergland beendet. „Unsere Lockstockbetreuer stellten mehr als 70 Proben sicher, die nun genetisch analysiert werden“, freut sich Susanne Schneider vom BUND.

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Wie viele Wildkatzen leben im Naturpark Lahn-Dill-Bergland? Der Bund für Umwelt- und Naturschutz warten auf die Auswertung seiner aktuellen Erfassung.

Quelle: Stephan Börnecke

Biedenkopf. In den zurückliegenden Monaten waren 30 ehrenamtliche Helfer mit 60 Lockstöcken der Wildkatze auf der Spur.

Dabei hielt der Winter für die Lockstockbetreuer vor allem im Februar und März einige eisige Tage bereit. „Die Helfer hatten mit Eis und eingeschneiten Stöcken oder Schneeverwehungen zu kämpfen. Beides erschwerte die Arbeit und hatte zur Folge, dass weniger Proben gesammelt werden konnten“, erklärt Marion Klein, Geschäftsführerin des Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Auch seien die Wildkatzen bei kalter Witterung nicht so aktiv.

Trotzdem zeigt sich Susanne Schneider zufrieden: „Auch wenn die Ergebnisse der genetischen Untersuchung noch ausstehen, dürfen wir uns wohl schon jetzt auf mehrere Wildkatzen-Nachweise im Naturpark Lahn-Dill-Bergland freuen“, erläutert Susanne Schneider.

Doch werden nicht alle Haarproben von Wildkatzen stammen: Die Erfahrung zeigt, dass auch andere Tiere wie Fuchs und Wildschwein die Stöcke richtig „dufte“ finden und ihre Haare hinterlassen. Mit den Ergebnissen sei im Spätsommer zu rechnen, so Schneider.

Simple Methode: Haare haften an rauen Holzlatten

Die Methode zur Erfassung der Wildkatzen ist denkbar simpel: die Lockstockbetreuer suchen präparierte Lockstöcke, bestehend aus rauen Dachlatten, nach Wildkatzenhaaren ab, die dann vom Forschungsinstitut Senckenberg genetisch analysiert werden.

Wird eine ausreichend große Menge an Haaren gesammelt werden, dann ermöglicht die genetische Analyse sogar die Erkennung von Wildkatzen-Individuen. Damit die Wildkatzen sich an den Lockstöcken reiben, werden diese mit Baldrian besprüht. Der Baldrianduft zieht die Wildkatzen insbesondere in der Paarungszeit im Winter an, sie reiben sich daran und hinterlassen Haare.

Mit der Lockstock-Methode ist es bereits gelungen, die sehr heimlich lebende Wildkatze in verschiedenen Teilen Hessens nachzuweisen. Durch die Untersuchungen im Naturpark Lahn-Dill-Bergland erhofft sich der BUND, Wissenslücken zur Verbreitung der Wildkatze in diesem Gebiet zu schließen.

Das Lahn-Dill-Bergland ist eine wichtige Verbindungsachse der Wildkatzenvorkommen im Taunus und Rothaargebirge. Der Naturpark setzt sich zusammen aus dem Altkreis Biedenkopf, dem Nordwesten des Lahn-Dill-Kreises, der Gemeinden Lohra sowie den Lahn-Dill-Kreis-Kommunen Bischoffen, Hohenahr und Ehringshausen.

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