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Hinterland Wiedereinstieg in den Job erwünscht
Landkreis Hinterland Wiedereinstieg in den Job erwünscht
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19:15 24.02.2013
Henner Geil von der IHK referierte zum Thema Fördermöglichkeiten.Foto: Andreas Schmidt Quelle: Andreas Schmidt

Wie können Arbeitgeber Frauen und Männer nach der Familienphase wieder in ihr Unternehmen integrieren, familienfreundliche Arbeitsplätze schaffen und welche Fördermöglichkeiten gibt es dafür? Darum ging es bei dem Arbeitsmarktgespräch. „Wir wollen herausfinden, was Ihre Bedarfe, Ihre Vorstellungen zum Thema Wiedereinstieg und vielleicht auch Vorbehalte sind. Denn wir wollen näher herankommen an das, was Sie tatsächlich brauchen“, erläuterte Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg.

Er verdeutlichte, warum die Wiedereinsteiger, die vor allem Frauen seien, so wichtig seien „Bis 2025 werden dem Arbeitsmarkt 6,5 Millionen Menschen verloren gehen. Dann wird sich der Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt entwickeln.“ Somit werde es für Unternehmer immer schwieriger, die passenden Arbeitskräfte zu finden.

Derzeit hätten nur 50 Prozent aller Frauen, die arbeiteten, Vollzeitbeschäftigung. Es gebe also viel Potenzial zu erschließen - nämlich „zwei Millionen Talente mehr, die Ihnen zur Verfügung stehen könnten.“

In Impulsvorträgen informierten Henner Geil (IHK) und Beate Stendenbach (KreisJobCenter) zu den Fördermöglichkeiten zum Wiedereinstieg. Diese gebe es sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Henner Geil stellte jedoch gleich zu Beginn klar: „Es gibt hier heute nicht die Pauschalauskunft, die jedem hilft.“ Viel mehr sei es wichtig, dass immer der Einzelfall geprüft werde - dafür stehe unter anderem er mit Rat und Tat zur Seite.

Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte des Landkreises, zeigte die Möglichkeiten einer familienfreundlichen Personalpolitik auf.

„Es ist ein Schatz, eingearbeitete Mitarbeiter zu haben“, machte sie deutlich. Bei Wiedereinsteigern spielten vor allem familienfreundliche Arbeitszeiten eine große Rolle. „Es braucht also eine familienbewusste Personalführung“, so Schäfer.

Theorie schön und gut - wie familienfreundliche Personalpolitik in der Praxis aussieht, berichtete Iris Richter von der DRK-Schwesternschaft. „Wir tun einiges zum Thema Fami­lienorientierung. Denn die Entscheidung entweder Familie oder Beruf ist heute nicht mehr zeitgemäß“, erläuterte sie. Dabei sei vor allem der praktizierte Drei-Schicht-Betrieb der DRK-Schwesternschaft schwierig zu lösen. „Dadurch fühlen sich viele Wiedereinsteiger überlastet“, sagte Fischer.

Also habe man die Rahmenbedingungen geändert, um die „stillen Reserven“ nicht zu verlieren. So wurden beispielsweise neue Aufgabenpakete geschnürt. Denn Fischer ist sich sicher: „Wir sind auf die Wiedereinsteiger angewiesen.“

Nach den Vorträgen konnte das Gehörte an drei Stationen vertieft werden. Es entspannen sich intensive Diskussionen. Der Tenor: Die Familienfreundlichkeit in Unternehmen sei kein sozialer Luxus, sondern zeuge von einer Personalpolitik mit Zukunftsperspektive.

So sagte beispielsweise Martin Herles, Personalleiter des Biedenkopfer Unternehmens BANSS: „Ich hatte mir hier Lösungsansätze erhofft. Denn ich hole lieber alte Mitarbeiter zurück als neue anzulernen.“ Von daher sei er von dem Angebot des Netzwerks „absolut begeistert und froh, dass es hier so kompetente Ansprechpartner gibt.“

von Andreas Schmidt

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