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Wie wollen Sie Gewerbe ansiedeln?

Bürgermeisterwahl Wie wollen Sie Gewerbe ansiedeln?

Karl-Hermann Bolldorf und Joachim Thiemig ­beantworten Fragen der Oberhessischen Presse zu lokalpolitischen Themen der Stadt Biedenkopf. Heute nehmen die zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Biedenkopf Stellung zu folgender Frage: „Wie wollen Sie es schaffen, dass sich produzierendes Gewerbe in Biedenkopf ansiedelt?“

Karl-Hermann Bolldorf: Eine erstrebte Ansiedlung nur auf das produzierende Gewerbe zu reduzieren, halte ich nicht für ausreichend. Generell bin ich bestrebt, Gewerbetreibende nach Biedenkopf zu locken, so auch aus dem Dienstleistungssektor.

Ein wichtiger Schritt, ist eine moderate Gewerbesteuer, die es der Stadt ermöglicht, mit den Einnahmen wichtigen Aufgaben nachzukommen, Gewerbetreibenden aber ermöglicht, Arbeitsplätze zu schaffen, beziehungsweise zu erhalten. Darüber hinaus müssen ansprechende Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Investorenfreundlichkeit muss hier vorherrschen.

Joachim Thiemig : Die Stadt muss gute Rahmenbedingungen schaffen, um attraktiv für Betriebe zu sein. Dazu zählt eine Infrastruktur, die wir erhalten und modernisieren müssen. Vorrang haben Investitionen, die die Folgekosten reduzieren. Bei unseren Straßen sehe ich jedoch erheblichen Nachholbedarf, da hier in den letzten Jahren vieles versäumt wurde.

Ich befürchte, dass hier eine große Welle auf Stadt und Grundbesitzer zurollt. Als Entscheidungsgrundlage brauchen wir endlich ein Straßenkataster, aus dem der Zustand, die geschätzten Sanierungskosten, der geplante Zeitraum der Sanierung und die Klassifizierung (reine Anlieger- oder innerörtliche beziehungsweise überörtliche Durchgangsstraße) hervorgehen. Mit diesem Kataster kann die Stadt die Investitionskosten abschätzen und es den Bürgern ermöglichen, sich langfristig auf zu erwartende Beiträge einzustellen.

Ein weiterer Faktor ist gut ausgebildetes Fachpersonal. Hier haben wir in Biedenkopf sehr gute Voraussetzungen. Mit unseren Schulen und besonders den Beruflichen Schulen haben wir Ausbildungsfunktion für die gesamte Region und darüber hinaus, die es mit allen Kräften zu halten gilt.

Bei den „weichen“ Standortfaktoren gilt das auch: Beispielsweise die kulturellen Angebote und unser sehr aktives Vereinsleben können sich sehen lassen. Unsere Sport- und Freizeitanlagen sind ebenfalls auf einem guten Stand, uns fehlt allerdings eine ganzjährige Schwimmmöglichkeit. Diese Lücke gilt es baldmöglichst zu schließen.

Was die Gewerbeansiedlung betrifft, gilt zu allererst, dass dies absolute „Chefsache“ sein muss und der Bürgermeister sich intensiv darum kümmern muss. Soweit es unser ortsansässiges Gewerbe betrifft, sind wir sehr gut aufgestellt. Gerade unsere Familien- und mittelständischen Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr kurzfristig auf Entwicklungen reagieren.

Deshalb muss es eine Hauptaufgabe der Stadt sein, vorausschauende Planung und Flächenbevorratung zu betreiben, um kurzfristig den Bedürfnissen der Betriebe nachzukommen. Bei realistischer Betrachtung wird es überwiegend darum gehen, das vorhandene Gewerbe zu halten und bei Bedarf ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.

Um ein größeres Unternehmen neu in unsere Region zu holen, muss alles zusammenpassen. Außerdem ist eine intensive Zusammenarbeit mit berufsständischen Vertretungen, wie IHK und Handwerkskammer, sowie mit den heimischen Banken wichtig.

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Karl-Hermann Bolldorf und Joachim Thiemig beantworten Fragen der Oberhessischen Presse zu lokalpolitischen Themen der Stadt Biedenkopf. Heute nehmen die zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Biedenkopf Stellung zu folgender Frage: „Wie wollen Sie dem Leerstand in der Innenstadt begegnen?“

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