Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Wettbewerb eröffnet neue Blickwinkel
Landkreis Hinterland Wettbewerb eröffnet neue Blickwinkel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 08.09.2011
Vor dem „Bonans-Haus“ informiert Jörg Debus die Kommission des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ über die Entwicklung des Hauses. Quelle: Salomé Weber

Kombach. Die Besichtigungskommission traf um 9.30 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus in Kombach ein. Ortsvorsteher Frank Platt hatte eine Glocke parat, mit der er an den Stationen das Ende der Reden von übereifrigen Sprechern einläutete, um den straffen Zeitplan einhalten zu können.
Den Vertretern des Ortes blieb nur 120 Minuten Zeit, um der Kommission die Besonderheiten Kombachs zu zeigen und sie davon zu überzeugen, dass „ihr Dorf Zukunft hat“.

Die Besichtigungstour legten Teilnehmer größtenteils mit dem Auto oder einem Kleinbus zurück. Die erste Station war der Sportplatz. Kurt Grebe gab einige Informationen zu der geographischen Lage des Ortes sowie dem angrenzendem Landschaftsschutzgebiet und einer Schäferei, die mit 500 Schafen dafür sorgt, dass die umliegenden Wiesen auf natürliche Weise „gemäht“ werden.

An Informationstafeln gaben Zeitungsberichte und Bilder Aufschluss über die Aktivitäten des Sportvereins. Außerdem berichtete Grebe, dass Modernisierungen am Vereinsheim anstünden: eine Solaranlage, eine Warmwasseraufbereitungs-Anlage sowie eine Verbesserung der Heizungsanlage.

Nach etwa 15 Minuten ging es weiter zum „Mehrgenerationenplatz“. Auf dem Stück Wiese mit einigen Obstbäumen soll noch in diesem Jahr mit der Umsetzung des ersten Bauabschnittes begonnen werden. Geplant ist unter anderem eine „Multi-Sport-Anlage“, eine befestigte Bewegungsstrecke, auf der Kinder zum Beispiel mit einem Bobbycar fahren können, ein Pavillon und Blumenbeete, die auch von den Kindern der Kindertagesstätte gepflegt werden könnten.

„Wir möchten einen Platz schaffen, auf dem sich Menschen aller Generationen wohlfühlen“, erklärte der Sprecher des Projekts „Zukunft“, dessen Mitglieder das Konzept des „Mehrgenerationenplatzs“ entwickelt haben.

Die nächste Station war die Kindertagesstätte. Dort berichtete Beate Gemmecke, wie die Kindertagesstätte dank eines Neubaus von einer „Rappelkiste“ zu einer „Sternschnuppe“ wurde. Und Kindergartenleiterin Kerstin Ries erklärte, dass es im Mai 2012 zusätzlich das Angebot einer Betreuung für unter Dreijährige gebe.

Dafür wird auf dem Gelände der Kindertagesstätte momentan ein neues Gebäude errichtet, indem zwei Gruppen Platz haben werden.

Anschließend ging es weiter zum ältesten Haus in Kombach: dem „Bonans Haus“. Es ist knapp 310 Jahre alt und der Besitzer Jörg Debus berichtete von der Instandsetzung, einem Geheimversteck, das aus Angst vor einem Krieg gebaut wurde und einem Raum, in dem man noch den Rauch der vergangenen Jahrhunderte riechen konnte.

Nächste Station: Streuobstwiese. Der Obst- und Gartenbauverein stellte seine Aktivitäten vor und die Kommission testete den Geschmack von frisch geernteten Birnen, Äpfeln und Weintrauben, bevor es zur Schutzhütte ging.

Dort präsentierte der Vorsitzende des Dorfverschönerungsvereins, Heinz Funk, unter anderem ein Insektenhotel und einen Steinhaufen, der das neue Zuhause von Salamandern und Eidechsen werden soll. Außerdem erzählte er eine lustige Anekdote von einem Siebenschläfer, der in der vergangenen Woche eine Hochzeit in der Schutzhütte „aufgemischt“ hatte.

Dann fuhr die Delegation weiter zum „oberen Hirschstein“, dann ging‘s zu Fuß zur Heimatstube und dem Backhaus.

Auf dem Weg dorthin schwärmte Platt von den öffentlichen Plätzen, den Grünanlagen in der Buchenstraße, den Fachwerkhäusern und dem Dorfladen. In der Heimatstube zeigten Uschi Galonska und Franz Kotheringer alte Werkzeuge und eine Wohnung, die mit Möbeln, Trachten und Gegenständen aus vergangenen Tagen eingerichtet war.

„Wir haben jetzt schon gewonnen. Durch den Wettbewerb haben wir eine völlig neue Perspektive auf unser Dorf erlangt und viele neue Ideen gewonnen“, stellte der Ortsvorsteher Platt fest.

von Salomé Weber

Anzeige