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Wertigkeit und Anmut werden messbar

Messrobotik Wertigkeit und Anmut werden messbar

Die technischen Möglichkeit für einen Roboter sind vielfältig. In Marburg nähert sich der Betrieb Battenberg-Robotic einem ganz speziellen Aufgabenfeld: Empfindungen sollen messbar werden.

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Eine Weltneuheit ist der „RobSOGPAT“, ein optischer Messkopf, der beim fünften Roboterforum im Marburger Congresszentrum vorgestellt wurde. Daniel Garth und Astrid Greif von der Firma Battenberg führten den Roboter vor, der die geforderten Prüfpositionen

Quelle: Dennis Siepmann

Marburg. Welches Geräusch sollte eine Autotür beim Zuschlagen von sich geben: klick oder klack? Welche Form macht einen Autositz wirklich bequem? Und wie viel Kraft muss wirken, damit das Drücken eines Schalters vom Benutzer als angenehm empfunden wird? Fragen wie diese, stellen sich im Alltag höchst selten. Technische Geräte sollen funktionieren und es dem Anwender so leicht wie möglich machen. Dazu gehört natürlich auch eine ansprechende Optik und der entsprechende Bedienkomfort.

Das Wohl des Kunden steht für die Hersteller im Vordergrund. Aber ist dieses Wohlgefühl des Kunden messbar? Das Marburger Unternehmen Battenberg-Robotic arbeitet seit Jahren an verschiedenen Hightech-Verfahren, die sich mit diesen Fragestellungen menschlichen Empfindens beschäftigen.

Das Zentrum bildet dabei die Messrobotik, die es den Mitarbeitern des Betriebs beispielsweise ermöglicht, eine Qualitätsbewertung im Interieurbereich von Fahrzeugen vorzunehmen. Dazu übernehmen speziell entwickelte Roboter die aufwändigen Prüfungen mit ihren feinen Sensoren.

Geschäftsführer Günter Battenberg blickt auf eine lange Firmentradition zurück: Im Jahr 1982 gegründet, ist der Betrieb im Landkreis Marburg-Biedenkopf heute noch immer relativ unbekannt: Im Bereich der Messrobotik aber ein weltweit agierendes Unternehmen mit durchschlagender Innovationskraft.

Bereits im Jahre 1988 entwickelte Günter Battenberg die Idee, dass Messungen an verschiedenen Bedien-Komponenten von Robotern übernommen werden könnten und nicht - wie damals noch üblich - von einer einzigen Sondermaschine ausgeführt werden müssen. „Um die Idee umzusetzen musste ich nach Japan reisen, denn in Europa war man zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem technischen Stand.“ Nach seiner Rückkehr war es dann im Jahr 1988 so weit und der erste Messroboter nahm seine Tätigkeit auf. Schon damals formulierte Günter Battenberg mehrere Ziele, die vor allem für seine Kunden von großem Nutzen sein sollen: leichte Bedienung von Soft- und Hardware, sowie eine flexible Anwendung der eingesetzten Roboter.

Seit den ersten Entwicklungsstufen folgt die Arbeit des Unternehmens einem Ablauf der aus den Teilbereichen „Messen, Analysieren und Bewerten“ besteht, sagt Battenberg. Die Wertigkeit und den Anmut eines technischen Gerätes messbar zu machen, erscheint heute noch als Idealvorstellung. Dennoch ist sich Battenberg sicher „dass uns in den nächsten zehn Jahren die Technologie an die Hand gegeben wird, um individualisierte Produkte für die Kunden bereitzustellen“. Dies wäre eine gewaltige Vision, so Battenberg, „zu erkennen, welche Produkte ein Mensch haben will.“

Beispiele für individualisierte Verkaufsprodukte sind die verschieden große Controller für Spielekonsolen auf dem asiatischen und europäischen Markt. „Es ist eine riesige Herausforderung den Kunden gerecht zu werden und die Qualitätserwartung zu erfüllen“, sagt Battenberg. Besonders interessant auf diesem Feld ist für den Geschäftsführer die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Psychologie. Um den Austausch der verschiedenen Firmen, die bereits die Messrobotik nutzen, weiter zu fördern, hatte Battenberg nun in das Congresszentrum nach Marburg eingeladen.

Vor Ort nutzten die Industrie-Vertreter die Gelegenheit dazu, sich über die Branchen-Neuigkeiten auszutauschen. Zudem wurden 14 Fachvorträge zu Fragen der Messrobotik vorgetragen. So konnte auch Günter Battenberg weitere Anregungen sammeln, um sich auch in Zukunft der „emotionalen Wahrnehmung“ seiner Kunden zu widmen.

von Dennis Siepmann

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