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Werner Jäger sägt für „Immanuel“

Spende für Hospizverein Werner Jäger sägt für „Immanuel“

Genau 1050 Euro hat Werner Jäger mit seinen Holzsternen auf dem Bottenhorner Wintermarkt als Erlös erzielt. Den Betrag übergab er nun an ein Hospizdienst.

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In Kisten unterm Dach lagert Werner Jäger noch einige Einzelteile und Holzreste für die kommenden Aufträge.

Quelle: Peter Piplies

Gladenbach. Eigentlich ist Werner Jäger gar kein gelernter Schreiner oder Zimmermann. Bis zu seinem Ruhestand war er als technischer Leiter bei der Firma Heck und Becker. Zum Abschied bekam er damals vor mehr als zehn Jahren einen Gutschein geschenkt, den er in ­einer Tischkreissäge angelegt hat. ­

Bereits als kleiner Junge­ hatte­ sich Jäger für Holz und dessen ­Bearbeitung interessiert und war daher als Grundschüler oft in der Schreinerwerkstatt in seiner Nachbarschaft. Neben der Kreissäge­ besitzt Jäger weitere Maschinen und Werkzeuge zur Holzbearbeitung. Dabei werden auch häufig alte Hölzer wiederverwertet.

So hat der Hobbyhandwerker beispielsweise aus alten Holzfensterrahmen und einem Lattenrost einen Schaukelstuhl gefertigt. Den Vorgarten schmückt ein doppel­stöckiges Futterhaus, das als 
Fachwerk mit wetterfester ­Balkenkonstruktion ausgeführt wurde,­ und der Futternachschub erfolgt durch die beiden detailgetreu nachgebildeten ­Kamine. Als Mitglied im Bottenhorner Fußballverein war Jäger maßgeblich an der Sanierung der Tribüne mit neuen wetterfesten Hölzern als Sitzfläche beteiligt.

Vereinschef lobt beispielhaften Einsatz

Für die Adventszeit fertigt er Holzsterne aus verschiedenen Hölzern, in unterschiedlichen Größen. Diesen Schmuck hat ­Jäger zu verschiedenen Anlässen verkauft und die Einnahmen an unterschiedliche Einrichtungen gespendet. Nun hatte er einen Stand beim ersten Wintermarkt in Bottenhorn. Über die große Nachfrage nach seinen Holzsternen ist der Ruheständler erstaunt. Die Kollektion war im Nu verkauft, zahlreiche Bestellungen in den Büchern. „Meine Frau hat mich nur zu den Mahlzeiten gesehen“, erinnert er sich an eine arbeitsreiche Zeit.

Bei der Spendenübergabe an den Hospizdienst Immanuel­ bedankte sich Jäger bei allen Käufern und seinem Holzlieferanten vom Sägewerk Plaum aus Schlierbach. Da Jäger ­
seine Sterne für 3 bis 20 Euro pro Stück verkaufte, sind bei ­einem Spendenbetrag von 1050 Euro nach Abzug der Kosten ­
für das Material eine ganze Menge Arbeitsstunden zusammengekommen.

Matthias Ullrich, Vorsitzender des Hospizdienstes, würdigte Jägers „große Engagement und den Enthusiasmus für die gute­ Sache“. Der Einsatz sei ­beispielhaft und zur Nachahmung ­empfohlen, sagte der Dekan a.D. „Wir sind ein Verein von Menschen für Menschen und sind daher auf soziales ­Engagement und Gemeinschaft angelegt“, sagte Ullrich.

Der Hospizdienst Immanuel­ hat 61 aktive ehrenamtliche Hospizbegleiter, die Todkranke und Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten und Angehörigen und Freunden bei ihrer Trauer­ beistehen. Dazu werden sie für ihre zuweilen seelisch ­belastenden Aufgaben in Kursen vorbereitet.

Für das Frühjahr ist ein Benefizkonzert mit dem Orchester der Lahntalschule Biedenkopf geplant. Dabei geht es nicht nur um Spendeneinnahmen für die Hospizarbeit. Den Schülern soll auch die Arbeit des Vereins und der Umgang mit Sterben und Tod als natürliches Ende des ­Lebens nähergebracht werden, erläuterte Pitzer. Für den Herbst ist ein weiteres Benefizkonzert mit dem Chor Amici del Canto aus Holzhausen in Planung. Und für 2018 wird eine weitere Hospiz-Kultur-Woche vorbereitet.

von Peter Piplies

Einen Spendenscheck über 1050 Euro überreichte Werner Jäger (Dritter von rechts) an den Hospizverein. Darüber freuten sich Vereinsschatzmeister Werner Klingelhöfer (von links), Beisitzer Wilfried Wilhelm, Schriftführerin Ingrid Jäckel, Vorsitzender Matthias Ullrich, Koordinatorin Doris Pitzer und der stellvertretende Vorsitzende Hermann-Josef Wagener. Foto: Peter Piplies
 
 
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