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Hinterland Werkverträge im Brennpunkt
Landkreis Hinterland Werkverträge im Brennpunkt
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20:47 25.11.2013
Detlev Wetzel (rechts), neu gewählter Vorsitzender der IG Metall, und sein neu gewählter Vize Jörg Hofmann. Quelle: Frank Rumpenhorst
Frankfurt

Es ist das schwächste Ergebnis seit der Wahl von 2003, damals kam Jürgen Peters auf nur 66 Prozent.. An der Wahl am Montag haben sich 458 Delegierte beteiligt. Davon stimmten 333 mit Ja und 108 mit Nein. Der 60- jährige Siegerländer Wetzel ist nun Nachfolger von Berthold Huber(63), der die IG Metall sechs Jahre geführt hat. Zum stellvertretenden Vorsitzenden der mit 2,3 Millionen Mitgliedern größten Gewerkschaft des Landes wurde der IG-Metall-Bezirksleiter aus Baden-Württemberg, Jörg Hofmann (57), gewählt. Er erhielt 77 Prozent der Stimmen.

Stefan Sachs, erster Bevollmächtigter der IG Metall Mittelhessen, der als Gast in Frankfurt den Gewerkschaftstag verfolgte, sagte im Gespräch mit der Oberhessischen Presse: „Eine kantige Gewerkschaft trifft auf einen kantigen Vorsitzenden.“ Wetzel sei ein geradliniger Mensch, der seine Ziele verfolgte, „der auch jemandem auf die Füße tritt.“ Daher sei das schlechte Ergebnis nicht ganz unerwartet gekommen. „Wäre ich Delegierter hätte ich Wetzel gewählt“. Andere Metaller aus Mittelhessen äußerten sich kritischer über den neuen Chef. Er sei zu weich, zu arbeitgeberfreundlich und habe wenig Ausstrahlung und Dynamik, sagten mehrere Mitglieder.

Merkel verspricht arbeitnehmerfreundlichen Koalitionsvertrag

Nach der Wahl der beiden Vorsitzenden sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor den Delegierten. Sie kündigte an, ihre Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft fortzuführen. Zwar sei die Arbeitslosenzahl auf dem niedrigsten Stand in Deutschland, doch drei Millionen Erwerbslose seien drei Millionen zu viel. „Mein Ziel ist, dass jeder die Chance hat, Arbeit zu bekommen.“ Merkel kündigte positive Ergebnisse für Arbeitnehmer im Koalitionsvertrag an und sprach dabei insbesondere das Thema Werkverträge an. Ein „ neues potenzielles Missbrauchsfeld“ tue sich bei Werkverträgen auf. Es dürfe nicht sein, dass Betriebsräte nicht über Werkverträge informiert werden.

Die IG Metall fordert ein Informations- und Mitbestimmungsrecht von Betriebsräten bei solchen Verträgen. In den Koalitionsverhandlungen werde man Regelungen dazu vereinbaren, kündigte die Kanzlerin an. Ebenso werde die Leiharbeit weiter mit Blick auf Dauer und Gleichbezahlung geregelt.

Auch werde es zu einem flächendeckenden Mindestlohn kommen, sollten die Verhandlungen in Berlin zu einer Großen Koalition führen. Über Modalitäten zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro müsse aber noch gesprochen werden. „Ich habe die Sorge, das könnte uns Arbeitsplätze kosten“, gab sie zu bedenken. In Rentenfragen müsse darauf geachtet werden, die junge Generation nicht zu sehr zu belasten. Sie werde eine wachstumsorientierte Politik betreiben, die die Haushaltspolitik im Blick hat, so die Kanzlerin. „wir müssen aufhören, immer wieder Schulden zu machen.“

Großer Beifall für die Kanzlerin

Dem scheidenden Vorsitzenden Berthold Huber dankte Merkel für die enge und pragmatische Zusammenarbeit in der Wirtschaftskrise 2008/2009. „Gradlinig und zuverlässig“ habe er stets ein tiefes Verständnis für die wirtschaftlichen Vorgänge entwickelt. Auch dankte sie der Gewerkschaft für ihre Europapolitischen Positionen. Wenn 40 Prozent der deutschen Exporte in europäische Länder gehen, „ kann es Deutschland nur gut gehen, wenn es Europa gut geht.“ Deutschland sei zwar die größte Volkswirtschaft Europas, könne in der Welt aber seine Werte, Freiheitsrechte und Demokratie allein nicht in der Welt transportieren, so Merkel und erhielt dafür starken Beifall.

Der neue IG Metall-Chef antwortete Merkel: Wenn es denn mit den Schulden so schwierig sei, sollten doch diejenigen, denen es besser gehe, stärker zur Kasse gebeten werden, so Wetzel und erhielt für diese Bemerkung seinen ersten großen Beifall als Vorsitzender. Ebenfalls Beifall erhielt er für die an Merkel gerichtete Forderung, langjährigen Beschäftigten ein früheres Renteneintrittsalter zu ermöglichen.

von Anna Ntemiris

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