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Hinterland Werbeanrufer geht Polizist ins Netz
Landkreis Hinterland Werbeanrufer geht Polizist ins Netz
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13:32 27.04.2018
Symbolbild: Die Polizei rät, bei Werbeanrufen am besten sofort aufzulegen. Quelle: Thorsten Richter
Biedenkopf

Der Polizist vereinbarte mit dem Anbieter von Solaranlagen einen Termin in Biedenkopf. Der Verkäufer, der am 25. April in die Stadt kam, wurde von dem Beamten nach seinem Führerschein gefragt. Bei der Kontrolle fiel auf, dass die Führerscheinstelle die Fahrerlaubnis des 41-Jährigen Mannes eigentlich einziehen wollte. Der Fahrer musste seinen Führerschein abgeben und den Mietwagen stehen lassen.

Die Polizei prüft nun einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes gibt folgende Hinweise zu Werbeanrufen: Unerlaubte Werbeanrufe sind verboten. Sie bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Angerufenen. Das schreckt aber viele zumeist unseriöse Unternehmen nicht ab: Die Zahl der Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe reißt nicht ab.

In solchen Fällen rät die Polizei sich Datum, Uhrzeit und Grund des Anrufs sowie Namen, Unternehmen und Rufnummer des Anrufers zu notieren und sich damit an die örtliche Verbraucherzentrale zu wenden.

Missbrauch der Rufnummer seriöser Unternehmen

Einige der Anrufer missbrauchen die Rufnummer seriöser Personen oder Organisationen. Mithilfe einer speziellen Telefonanlage täuschen sie eine andere Rufnummer vor, die auf dem Display des Angerufenen erscheint.

Ziel des Anrufs ist es, einen Vertragsabschluss zu erreichen. Dabei fragen die Anrufer auch persönliche Daten ab, unter anderem die Kontodaten. So behaupten die
Anrufer beispielsweise, dass sie herausgefunden hätten, dass die Adresse des Angerufenen an mehrere Gewinnspielfirmen verkauft worden sei. Es sei jedoch gelungen, diese bei allen Spielen, außer bei einem zu löschen.

Widerruf innerhalb von 14 Tagen

Damit die Anrufer auch diese Adresse löschen und den Vertrag kündigen könnten, müsse der Angerufene ein Zeitungsabonnement abschließen. Hierfür benötige man seine persönlichen Daten und Kontodaten. Die Polizei weist darauf hin, dass am Telefon abgeschlossene Verträge gültig sind.

Auch wenn der Angerufene lediglich der Zusendung von Informationsmaterial zugestimmt hat, kann es sein, dass er anschließend eine Auftragsbestätigung erhält. Hier gilt es, den Vertrag sofort zu widerrufen. Innerhalb von 14 Tagen ist das fast immer möglich,  schriftlich oder durch Rücksendung der gelieferten Sache. Eine Begründung ist nicht nötig. Dass der Versand des Schreibens per Brief, Fax oder E-Mail rechtzeitig war, muss nachgewiesen werden können.