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Hinterland Weipoltshausen soll Tempo-30-Zone sein
Landkreis Hinterland Weipoltshausen soll Tempo-30-Zone sein
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06:16 01.04.2012
Die Weipoltshäuser wünschen sich ihren Ort als komplette Tempo-30-Zone. Rund 40 Weipoltshäuser hörten diesen Vorschlag in der Bürgerversammlung. Quelle: Mark Adel
Weipoltshausen

Knapp 40 Weipoltshäuser kamen zur Bürgerversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus, die Inge Weckend-Schorge als stellvertretende Vorsitzende der Gemeindevertretung Lohra leitete. Die Erste Beigeordnete Rosemarie Wolny stand den Bürgern als Vertreterin der Gemeinde Rede und Antwort.

Ein Hauptthema war die Dorferneuerung (DE). Die Bürger des Lohraer Ortsteils sind mit dem Verlauf der DE nicht einverstanden. Zunächst hätten sie in Arbeitskreissitzungen sehr viel Freizeit geopfert und Konzepte erstellt, die von höherer Stelle wieder verworfen worden wären, sagte Dirk Wagner. Dabei ging es in der Hauptsache um die Umwidmung des Weipolts-häuser Dorfgemeinschaftshauses (DGH) zum Dorf-Café.

Im Haushalt 2012 der Gemeinde ist Geld für eine Trennwand im Saal des DGH vorgesehen. Die Bürger zweifeln aber den Nutzen einer Trennwand an, wenn nicht zugleich die einfach verglasten Fenster ausgetauscht und die Heizung erneuert wird.

Die einmalige Chance das DGH energetisch zu sanieren und so für die Zukunft zu rüsten, werde leichtfertig vertan, sagte Ortsbeiratsmitglied Kathrin Neuser.

Die Trennwand mache nur dann Sinn, wenn sie in die Mitte des Saales komme, und dies ginge wiederum nur, wenn die Fensterfront erneuert und so gestaltet werde, dass man den Raum mit der Trennwand teilen könnte, ergänzte Neuser.

Ortsvorsteher Patrick Voyé beschwerte sich darüber, dass der Windfang an der Eingangstür ausgebaut worden sei, ohne dass die Weipoltshäuser informiert worden sind. Zudem habe der Ortsbeirat im November einen Fragenkatalog in Sachen Dorferneuerung an die Gemeinde eingereicht und bis heute noch keine Antwort auf eine der Fragen erhalten.

Die DE für Weipoltshausen läuft noch bis zum Jahr 2016 und Wolny wies darauf hin, dass es die DE in dieser Form, als Förderung von einzelnen Ortsteilen, zukünftig nicht mehr geben werde. Auf Anfrage der OP erklärt Bürgermeister Georg Gaul, dass es für die Trennwand zwar schon einen Bauantrag gebe, die Aufteilung sich aber in Absprache mit dem Ortsbeirat noch verändern ließe. Gaul weist allerdings darauf hin, dass man an die Fensterstürze gebunden sei. Ohnehin sei nicht an eine Aufteilung in gleich große Bereiche gedacht, da man Räume für unterschiedliche Gruppengrößen haben wollte.

Zum sogenannten Windfang, erklärt Gaul, dass bei einer Gefahrverhütungsschau aufgefallen sei, dass es sich dabei nicht um Fluchttüren, die nach außen zu öffnen sind, gehandelt habe. Deshalb hätte die Tür ausgebaut werden müssen. Eine Neugestaltung sei aber ohnehin bei den Planungen für die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses vorgesehen.

Zum Fragenkatalog sagt der Bürgermeister, dass die „Abarbeitung“ der im Schreiben vom 15. Januar aufgeführten Kritikpunkte im Gange sei. Der Ortsbeirat werde dazu auch noch eine schriftliche Antwort erhalten.

Wegen maroder Kreisstraße: Tempo 30 im gesamten Ort?

Ein weiteres Thema der Ortsbeiratssitzung war der Wunsch der Weipoltshäuser nach einer Tempo-30-Zone. Am besten wäre ein Tempo-30-Schild am Ortseingang mit dem Hinweis „gültig für den gesamten Ortsbereich“, waren sich viele Bürger einig. Sie begründeten ihren Wunsch mit der engen und maroden Hauptstraße und den fehlenden oder zu schmalen Bürgersteigen. Die Straße sei Kreisstraße und das Tempolimit liege nicht in der Entscheidungsgewalt der Gemeinde, wandte Wolny ein. Sie versprach, bei der nächsten Verkehrsschau die Beschwerden vorzubringen und den Antrag von der zuständigen Behörde prüfen zu lassen. Nach hitzigen Diskussionen beendete Inge Weckend-Schorge nach mehr als zwei Stunden die Versammlung.

von Anita Ruprech tund Gianfranco Fain