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Händler ziehen positive Bilanz

Weihnachtsgeschäft Händler ziehen positive Bilanz

Das Weihnachtsgeschäft verlief für die Händler in Marburg weitestgehend positiv – und: Noch ist es im Gang, denn die Zeit des Umtauschs und des Einlösens von Gutscheinen läuft auf Hochtouren.

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Die Einkaufslust war zu Weihnachten ungebrochen: Der Hessische Handelsverband erwartet ein Umsatzplus von 3,5 Prozent, und auch die Marburger Händler waren mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden.

Quelle: Franziska Kraufmann / dpa

Marburg. Trotz der Weihnachtsferien war die Stadt in den ersten Tagen des neuen Jahres sehr belebt: Die Menschen strömten in die Läden, nutzten die Gelegenheit zum Shoppen – häufig wurden dabei Gutscheine eingelöst, die zum Weihnachtsfest verschenkt worden waren.

So zieht beispielsweise Friedrich Bode, Vorsitzender des Werbekreises Oberstadt, eine weitestgehend positive Bilanz des Weihnachtsgeschäfts: „Wir sind alle zufrieden, bisher habe ich keine negativen Stimmen gehört“, sagt er auf Nachfrage der OP. Allerdings habe das Geschäft relativ spät angefangen – „viele gingen auch dieses Jahr erst auf den letzten Drücker einkaufen. Warum das so sein muss, weiß ich auch nicht“, sagt er lachend. Auch zwischen den Jahren und aktuell zum Jahresbeginn sei die Oberstadt „merklich belebt“, so Bode.

Und wie lief es im Kaufhaus Ahrens? Dazu sagt Peter Ahrens: „Das Weihnachtsgeschäft in unserem Haus verlief wunschgemäß positiv.“ Und das, obwohl die Weihnachtszeit „insgesamt gefühlt für die Kunden kürzer als sonst“ gewesen sei. Denn: „Der vierte Advent war bereits Heiligabend und der Dezember hatte zwei Verkaufstage weniger als im Vorjahr“, verdeutlicht Ahrens – das seien also insgesamt erschwerende Bedingungen gegenüber dem Vorjahr gewesen. Für die kommende Weihnachtssaison formuliert Peter Ahrens auch einen deutlichen Wunsch: „Es wäre schön, wenn Stadt und die Händlerschaft noch mehr für die Illuminierung tun würden, denn Marburg ist die ideale Weihnachtsstadt.“

Umsätze liegen mindestens auf Vorjahresniveau

„Äußerst zufrieden“ mit dem Weihnachtsgeschäft ist man auch bei Begro im Kaufpark Wehrda. Schon der November sei gut gewesen, „ab dem ersten Samstag im Dezember hatten wir ein volles Haus“, erläutert Sabrina Müller, Assistentin der Geschäftsleitung.

Dass der vierte Advent bereits Heiligabend gewesen sei, habe sich in der Bilanz, die mindestens auf Vorjahresniveau ausgefallen sei, nicht bemerkbar gemacht. „Es stand zunächst in den Sternen, wie der letzte Samstag vor Heiligabend angenommen würde, weil der eigentlich eher ein Lebensmitteltag ist“, sagt Müller. „Aber auch der war bei uns extrem stark, wir können uns nicht beschweren.“ Auch das Gutschein-Einlösegeschäft laufe bereits, „man merkt, dass Ferien sind und die Leute Zeit zum Einkaufen haben“, freut sich Sabrina Müller.

HDE: Größere Unternehmen zufriedener als kleine Betriebe

Für Bernd Brinkmann, Inhaber des Kaufhauses Teka, ist klar: „Unterm Strich können wir sagen, dass wir das Vorjahresniveau erreicht haben.“ Es sei eine Zeitraumbetrachtung – „denn wir müssen den November und Dezember zusammensehen. Durch die Verschiebung des vierten Advents hat eine Vorverlagerung stattgefunden – die Samstage vor Weihnachten und vor Silvester waren bei uns aber entgegen den Erwartungen eher schwache Tage.“ Dies sei jedoch durch das durchaus sehr positive Geschäft im Vorfeld wettgemacht worden. In diesem Jahr falle Heiligabend wieder auf einen Werktag, „da erwarten wir wieder eine gewisse Normalität, dann sind die Leute im Kopf ganz anders unterwegs: Dann gibt es vor Weihnachten noch einen langen Samstag, es gibt noch einen vierten Advent – und den ,Not-Anker‘ mit Heiligabend“, sagt Brinkmann lachend.

Der deutsche Einzelhandel hat bisher eine gemischte Bilanz des Weihnachtsgeschäfts gezogen. „Bei etwas höheren Kundenfrequenzen wurden die Erwartungen vieler kleinerer Händler dennoch nicht erfüllt“, berichtete der Branchenverband HDE kürzlich in Berlin. „Größere Unternehmen zeigen sich durchweg zufriedener als kleine und mittelständische Betriebe. Der Onlinehandel wächst dynamisch“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Da besonders große Betriebe ihre Waren häufig auch über eigene Online-Shops vertreiben, rechnet der HDE im Weihnachtsgeschäft mit einem Wachstum um zehn Prozent im Internet-Handel.

Hessischer Handelsverband erwartet 3,5 Prozent Plus

Zu den beliebtesten Geschenken zählten laut HDE Bücher, Spielwaren und Bekleidung sowie Sportartikel, Kosmetik und Drogeriewaren. „Bargeld und Gutscheine stehen besonders hoch in der Gunst von Erwachsenen. Nach HDE-Schätzungen werden im Weihnachtsgeschäft rund drei Milliarden Euro Umsatz mit dem Verkauf von Gutscheinen erzielt.“

Für November und Dezember hat der HDE einen Umsatz von 94,5 Milliarden Euro im Einzelhandel prognostiziert, drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mehr als zwölf Milliarden Euro davon entfallen auf den Online-Handel. Für das Jahr 2017 erwartet der HDE einen Gesamtumsatz von 501 Milliarden Euro (Online-Handel 49 Milliarden Euro). Das entspricht einem Wachstum um drei Prozent.

Der Handelsverband Hessen zeigt sich indes zufrieden mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft. Obwohl die Kunden in den ersten beiden Dezemberwochen relativ zurückhaltend gewesen seien, rechnet der Verband mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent, was einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro ­allein im Weihnachtsgeschäft bedeutet.

Für das Gesamtjahr rechnet der Verband in Hessen mit einem ebenso starken Umsatzzuwachs von 3,5 Prozent auf ­etwa 44 Milliarden Euro.
„Allgemein stellt der Verband fest, dass die Kundenfrequenz in den hessischen Innenstädten erheblich nachgelassen hat, dass aber der Einkaufswert pro Kunde zunahm“, heißt es.

von Andreas Schmidt
 und unserer Agentur

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