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Weggefährten im Rede-Duell: Tesch versus Felkl

Bürgermeisterwahl Breidenbach Weggefährten im Rede-Duell: Tesch versus Felkl

Zehn Tage vor der Breidenbacher Bürgermeisterwahl stellten sich die Kandidaten Silke Tesch (parteilos) und Christoph Felkl (SPD) in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Wähler.

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Silke Tesch und Christoph Felkl (rechts) stellten sich den Fragen des Moderators Hartmut Bünger.Foto: Björn-Uwe Klein

Breidenbach. Am 28. Oktober entscheidet sich, wer die Nachfolge von Breidenbachs Bürgermeister Werner Reitz (SPD) antritt, der nach zwölfjähriger Amtszeit nicht mehr kandidiert. Zur Wahl stehen der Sozialdemokrat Christoph Felkl und die parteilose Silke Tesch.

Beide Kandidaten debattierten am Donnerstagabend über aktuelle und zukünftige Themen der Gemeinde Breidenbach: beispielsweise über die Infrastruktur in den Ortsteilen, den demografischen Wandel und seine Begleiterscheinungen.

Rund 130 Bürger erlebten ein sachliches Duell ohne persönliche Angriffe. Auf ihre gemeinsame politische Vergangenheit kamen Tesch und Felkl zwar nicht explizit zu sprechen, doch immer wieder war zwischen beiden die gewohnte Kollegialität zu spüren - eine Kollegialität aus der Zeit, als Tesch noch für die SPD im hessischen Landtag saß und Felkl in ihrem Wahlkreisbüro arbeitete. Beide Kandidaten blieben auf dem Podium beim vertrauten „Du“. Inhaltlich lagen sie zum Teil nah beieinander.

Unterschiedlicher Meinung waren sie unter anderem in der Frage, wie die Mobilität älterer Menschen in den Ortsteilen am besten zu gewährleisten sei. Tesch erklärte, dass ein „passgenaues Agieren“ auf diesem Gebiet nur möglich sei, wenn die Bedarfe in den einzelnen Ortsteilen exakt ermittelt würden. Nach ihrer Vorstellung könne über einzelne Änderungen im Linienbus-Verkehr einiges erreicht werden - etwa indem Busse hier und da eine „Schleife” fahren und längere Fußwege für ältere Menschen auf diese Weise vermieden werden.

Felkl hingegen verwies darauf, dass Breidenbach einen Gemeindebus habe. Diesen „in Einklang mit bürgerschaftlichem Engagement“ einzusetzen, halte er in den einzelnen Ortsteilen für machbar und zudem für „viel effektiver als eine RMV-Lösung“ - schließlich wünschten viele ältere Menschen eine flexible Abholung.

Ein zentrales Thema war auch der Bevölkerungsrückgang. Laut einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung geht die Bevölkerung in der Gemeinde Breidenbach in den kommenden zehn Jahren um zehn Prozent zurück.

„Der demografische Wandel ist Fakt und nicht wegzudiskutieren”, machte Felkl deutlich. Bei frühzeitigem Gegensteuern müsse sich eine Prognose nicht bewahrheiten. Es sei trotzdem wichtig, attraktive Treffpunkte für ältere Menschen zu schaffen.

Tesch betonte, dass es wichtig sei, älteren Menschen so lange wie möglich ein Leben zu Hause zu ermöglichen. Ebenso wie Felkl unterstrich auch sie, dass es in einer 7000-Einwohner-Gemeinde nicht zur Vereinsamung älterer Menschen kommen dürfe. Zugleich machte Tesch darauf aufmerksam, dass der demografische Wandel nicht nur gesellschaftlich ein Umdenken erfordere. Auch in Sachen Infrastruktur ergeben sich große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund gelte es, zu überlegen, ob zum Beispiel die Ausweisung von Neubaugebieten immer sinnvoll sei.

von Björn-Uwe Klein

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