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Wasserkraftanlage ist in Diskussion

Dautphe Wasserkraftanlage ist in Diskussion

Bis zur Gemeindevertretersitzung am 25. Januar wird sich entscheiden, ob die Gemeinde Dautphetal selbst oder gemeinsam mit einem Investor eine Wasserkraftanlage an der Lahn zwischen Elmshausen und Buchenau baut.

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Das Wehr an der Lahn am „Dammhammer“ zwischen den Dautphetaler Ortsteilen Elmshausen und Buchenau ist seit Jahren als Standort für eine Wasserkraftanlage im Gespräch. Nun hat ein Investor Interesse angemeldet und die gemeindlichen Gremien beraten, wie das Projekt umgesetzt werden könnte.

Quelle: Gianfranco Fain

Dautphe. Hinter verschlossenen Türen fand gestern Abend ein Gespräch zwischen den drei Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Dautphetaler Parlament, Bürgermeister Bernd Schmidt und einem potenziellen Investor statt. Dabei wurde ausgelotet, welche Möglichkeiten es gibt, um an der Lahn am Wehr „Dammhammer“ zwischen den Ortsteilen Elmshausen und Buchenau eine Wasserkraftanlage zu errichten. Mögliche Optionen sind die bisher im Parlament diskutierten Varianten: die Gemeinde baut und betreibt das Wasserkraftwerk selbst, ein Investor macht dies auf eigene Rechnung oder man einigt sich auf eine Mischform.

Das Projekt „Dammhammer“ gibt es schon seit rund zwei Jahren, für die Realisierung setzt sich seither besonders Joachim Ciliox sein. Der SPD-Fraktionsvorsitzende sähe seinen Wunsch zu einem großen Prozentsatz erfüllt, wenn die Gemeinde „mit im Boot bleibt“. Damit gebe die Gemeinde ein politisches Signal: Dautphetal fördert die Nutzung von regenerativen Energien. Zudem würde die Gemeinde in ein Projekt investieren, dass sich langfristig auch finanziell lohnen könnte. Nicht zuletzt deshalb wäre Ciliox‘ Maximalvorstellung, dass die Gemeinde die Anlage in Eigenregie betreibt.

Dies ist mit der CDU jedoch nicht zu machen, verdeutlicht erneut Fraktionsvorsitzender Dr. Horst Falk. Es sei nicht das Kerngeschäft der Gemeinde, Strom zu erzeugen, lautet die mehrmals vorgetragene Argumentation. Zudem hegt die CDU ökologische und ökonomische Bedenken. Eine Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass die Wasserkraftanlage sowohl aus Gründen des Naturschutzes, als auch aus wirtschaftlichen Erwägungen „gerade so machbar“ sei. Deshalb stehe man in der CDU auf dem Standpunkt, kein Risiko einzugehen. Wenn dies ein Investor allein tragen wolle, dann sei das in Ordnung, mit dem Geld der Gemeinde jedoch nicht.

Auch für die Freien Wähler steht das Monetäre im Vordergrund. „Wir stehen vor einem schwierigen Haushaltsjahr, in dem Sparen das Gebot der Stunde sein wird“, sagt Fraktionsvorsitzender Kurt Lenz. Da könne er sich nicht vorstellen, dass angesichts der Wirtschaftskrise und der finanziellen Lage der Gemeinde sich diese einen „großen Klotz ans Bein bindet“.

Die Ersteller der Machbarkeitsstudie gehen nach OP-Informationen von einer Investition in Höhe von 600.000 Euro aus, die sich in rund 23 Jahren amortisieren würde. Ob es zum Bau der Wasserkraftanlage am „Dammhammer“ kommt, sollte gestern nicht entschieden werden. Die Ergebnisse des Gesprächs stellen die Vorsitzenden in ihren Fraktionen zur Diskussion.

Am Montag wird der Gemeindevorstand darüber beraten, bevor in den folgenden Tagen sich die Ausschüsse mit dieser Frage beschäftigen. Die abschließende Entscheidung steht während der Gemeindevertretersitzung, die am Montag, 25. Januar, um 19 Uhr im Bürgerhaus Dautphe beginnt, an.

von Gianfranco Fain

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