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Was der Vater begann, setzt der Sohn fort

Marburg Was der Vater begann, setzt der Sohn fort

Am 1. Oktober 1959 eröffnete Harry Grasnick das Juweliergeschäft Grasnick in der Marburger Universitätsstraße. Am Donnerstag erhielt sein Sohn eine Urkunde zum 50-jährigen Firmenbestehen von der Handwerkskammer Kassel.

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Kreishandwerksmeister und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Kassel, Helmut Henkel (links), überreichte Nicolaus Grasnick die Urkunde zum 50-jährigen Betriebsbestehen. Stellvertretend für ihren Mann nahm Annemarie Grasnick die Urkunde zum goldenen Meisterjubiläum entgegen.

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. In die Selbstständigkeit zu gehen, sei wie Seiltanzen, sagte Helmut Henkel, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Kassel und Kreishandwerksmeister gestern, als er die Urkunde der Handwerkskammer an Nicolaus Grasnick, den jetzigen Inhaber des Juweliers Grasnick in Marburg, überreichte. „Zum Seiltanz braucht man viel Mut, und es ist mit einem hohen Risiko verbunden“, erklärte Henkel. Für den Weg in die Selbstständigkeit gelte das gleiche, und schließlich sei das Öffnen eines eigenen Ladens vor 50 Jahren nicht unbedingt einfacher gewesen als heute.

Trotzdem hatte sich Harry Grasnick, der Vater des heutigen Geschäftsinhabers, im Jahr 1959 dazu entschlossen ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Bereits seine Eltern betrieben seit 1924 ein Schmuckgeschäft, allerdings noch in ihrer Heimat im brandenburgischen Friedensdorf. „Mein Mann lernte das Uhrmacherhandwerk in seiner Kriegsgefangenschaft in Russland“, berichtet Annemarie Grasnick, die auch heute noch ihrem Sohn im Laden hilft. 1953 habe er dann seine Meisterprüfung gemacht, bevor er 1954 nach Marburg kam, „denn die Steuern für Selbstständige in der DDR waren so hoch, dass man auf keinen grünen Zweig kam“, wie Annemarie Grasnick betont.

Viermal zog der Betrieb innerhalb der vergangenen 50 Jahre um, „aber jedesmal in der Universitätsstraße“, erinnert sich Nicolaus Grasnick.

Nachdem das Geschäft im Jahr 1982 komplett ausgeraubt wurde, stand die Familie vor dem Aus. „Wir wollten eigentlich gar nicht mehr weitermachen, weil wir nichts mehr hatten, haben uns dann aber doch anders entschieden“, berichtet Nicolaus Grasnick. Er habe den Laden dann am 1. Januar 2004 von seinen Eltern übernommen.

Nach einigen Renovierungsarbeiten in diesem Jahr blickt der Uhrmacher und Juwelier Nicolaus Grasnick optimistisch in die Zukunft: „Ich denke, dass wir unseren Kunden auch in Zukunft weiter als Ansprechpartner für hochwertigen Schmuck und qualitativ gute Uhren in Marburg zur Verfügung stehen“, erklärte er. Drei Mitarbeiter beschäftigt Grasnick derzeit.

Neben der Urkunde zum 50-jährigen Firmenbestehen übergab Helmut Henkel gestern auch eine Urkunde zum goldenen Meisterjubiläum an Harry Grasnick.

von Katharina Kaufmann

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