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Warten auf klare Antworten

Widerstand am Klinikum Warten auf klare Antworten

Die Neugierde ist riesig gewesen. Über 800 Mitarbeiter haben sich von der Geschäftsführung des Uniklinikums Antworten über die Zukunft erhofft. Über die Ergebnisse sind die viele zwiegespalten.

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Der Blick geht nach oben: Bettina Böttcher, Betriebsratsvorsitzende des UKGM, spricht zu den Mitarbeitern. Foto: Tobias Hirsch

Marburg. Marburg. Dicht an dicht quetschten sich die Mitarbeiter in die Bänke des Hörsaals und lauschten aufmerksam den Worten des Betriebsrates, noch viel aufmerksamer denen von UKGM-Chefin Irmgard Stippler. Konkrete Fragen umschiffte die Geschäftsführerin. Sie kündigte aber an, möglichst schnell Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen zu wollen.

Für Friedhelm Schick blieben viele Fragen unbeantwortete. Schon vor Beginn erzählt der OP-Assistent, der Druck heute sei so immens, dem können viele nicht mehr aushalten. Auch er nicht. Keine 60 Tage hat der 61-Jährige mehr zu überstehen, dann geht er in Frührente. "Der Druck ist unglaublich hoch. Wir waren in der Gruppe mal zu zehnt. Geblieben sind nur fünf. Was soll erst passieren, wenn 500 Stellen abgebaut werden sollen."

Generationenwechsel: Carina Bamberger (21) und Lisa Koch (20) sind auszubildende Krankenschwestern. Tarifvertraglich steht beiden eine zumindest einjährige Übernahme zu. Gibt das Sicherheit? "Wir wissen überhaupt nicht, wie es nach der Ausbildung weitergehen soll", sagen sie. Dabei seien es doch gerade die jung Qualifizierten, die gehalten werden müssten, oder?, fragen die beiden Azubis.

Antworten auf diese Fragen gab es nicht. Dementsprechend gespalten waren die Angestellten nach der Sitzung, in der viel gesprochen wurde, Konkretes aber offen blieb. "Ob sich was ändert?", fragt ein Pfleger, der seinen Namen aus Angst vor persönlichen Folgen nicht nennen wollte, "ich will es hoffen. Nach diesen langen Vorträgen klingelt es aber noch in meinen Ohren. So recht weiß ich nicht, was ich davon halten soll."

Für Heiko Brusius, Techniker in Diensten des UKGM, steht fest, die Klinikleitung habe deutlich zu spüren bekommen, dass die Kollegen zusammen stehen und für die gleiche Sache kämpfen. "Ich fand, der Auftritt der Geschäftsführung war mager. Es wurde viel gesprochen, aber wenig ausgesagt." Das Erfreulichste für ihn: Endlich sei klar, dass jetzt richtig gekämpft werde. Für die Mitarbeiter und gegen diesen andauernden Druck von oben.

von Carsten Bergmann

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