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Wagner & Co. Solartechnik baut erneut Stellen ab

Branche im Wandel Wagner & Co. Solartechnik baut erneut Stellen ab

Der Solarmarkt in Deutschland konsolidiert sich, und auch die heimischen Solarpioniere von Wagner & Co. in Cölbe müssen sich den neuen Anforderungen stellen: 80 Stellen werden gestrichen.

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Im Juli schien die Sonne noch von einem wolkenlosen Himmel, als die Firma Wagner & Co. Solartechnik in Cölbe ihr zweites Passivhaus einweihte. Nun muss sich das Unternehmen von weiteren rund 80 Mitarbeitern trennen.

Quelle: Katharina Kaufmann

Cölbe. Der anhaltende Preisverfall im Solarstrombereich und die Änderungen am Energieeinspeisegesetz (EEG) sorgen derzeit für Sorgenfalten bei den Unternehmern der deutschen Solarbranche. „Wir rechnen damit, dass beides den Markt weiter dämpfen wird“, sagt Andreas Knoch, Geschäftsführer bei der Cölber Wagner & Co. Solartechnik GmbH. Nach Auslaufen der Übergangsfristen für Photovoltaik-Großprojekte Ende September sei ein weiterer Marktrückgang wahrscheinlich.

„Aus dieser Konsolidierungsphase, die sich nach unserer Ansicht bis in das Jahr 2013 hineinziehen wird, wollen wir gestärkt hervorgehen“, betont er. Dazu sei aber eine Umstrukturierung im Unternehmen nötig. „Wir müssen unsere Aktivitäten neu ordnen und den Betrieb verschlanken, um langfristig marktfähig zu bleiben“, sagt Knoch, dem anzumerken ist, dass ihm dieser Schritt nicht leichtfällt: Als Konsequenz müsse sich Wagner & Co. in den nächsten Monaten von etwa 80 Mitarbeitern trennen. Dies soll, so ist es mit dem Betriebsrat verhandelt worden, über altersbedingtes Ausscheiden, das Auslaufen von befristeten Verträgen und betriebsbedingte Kündigungen laufen. „Die sind leider nicht zu vermeiden“, erklärt Knoch gegenüber der OP. Ein Interessensausgleich und ein Sozialplan seien bereits erarbeitet worden.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch 2013 noch einmal schwierig wird“, sagt Knoch und ergänzt: „Wir sind, Gott sei Dank, kein Photovoltaik-Modulhersteller, denn die gehen derzeit ja reihenweise in die Insolvenz.“ Neben der Entwicklung und Produktion von solarthermischen Anlagen vertreibt Wagner & Co. Solartechnik europaweit netzgekoppelte Solarstromsysteme und Solarwärmeanlagen. Darüber hinaus baut das Cölber Unternehmen, das vor gut 30 Jahren ein Pionier der Branche war, Solarkraftwerke und vertreibt Solaranlagen-Montagesysteme.

„Gerade die Solarwärme-Anlagen sehen wir als ein für uns stabiles Handlungsfeld“, so Knoch. Und das obwohl auch dort der Markt schwächelt: „Die Änderungen des EEG haben mit der Solarwärme nichts zu tun. Vom Verbraucher wird das aber kaum so wahrgenommen“, berichtet der Geschäftsführer. Dennoch werde das Unternehmen in Zukunft auf dieses Feld bauen: „Wir wollen unsere Aktivitäten im Vertrieb weiter verstärken und bauen noch mehr auf die Zusammenarbeit mit Handwerkern“, erklärt er, wie die Krise mit den am Ende des Jahres verbleibenden rund 230 Mitarbeitern gemeistert werden soll.

Bereits zum Jahresende 2011 hatte Wagner & Co. Solartechnik knapp 90 der damals rund 400 Arbeitsstellen in Cölbe und Kirchhain abgebaut. Nach vielen Jahren des Wachstums sah sich das Cölber Unternehmen erstmals zu diesem Einschnitt gezwungen, weil es in den Bereichen Solarstrom und Solarwärme unerwartet schwache Marktzahlen verzeichnet hatte (die OP berichtete).

von Katharina Kaufmann

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