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Wäscherei-Mitarbeitern droht Kündigung

UKGM Wäscherei-Mitarbeitern droht Kündigung

Mit scharfer Kritik reagierte der Betriebsrat des Universitätsklinikums Gießen und Marburg auf die beabsichtigte Schließung der Wäscherei.

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Quelle: bodo marks

Nachdem am Standort Marburg des Universitätsklinikums die eigene Wäscherei schon im Oktober 2008 geschlossen und die Wäscheversorgung an den Standort in Gießen verlagert wurde, wird ab 14. Januar auch die Wäscheversorgung in Gießen an einen externen Betreiber übertragen und die Wäscheverteilung ab Mitte 2013 über Wäscheautomaten vorgenommen. Dies machte der Leiter für Zentrale Dienste, Dr. Gunter Weiß, in einer Mitarbeiterversammlung  gestern Nachmittag deutlich.
Die verbleibenden Beschäftigten des Uniklinikums sollen in andere Bereiche wie Küche oder Reinigungsdienst versetzt werden, Beschäftigten der  RKRZ  droht sogar die Entlassung.
Die Pläne der Geschäftsführung stoßen bei den Betriebsräten auf heftigen Widerstand. „Die Vorstellungen des Arbeitgebers sind äußerst unausgegoren“, so Klaus Hanschur, der Betriebsratsvorsitzende am Uniklinikumsstandort Gießen. Hanschur kritisierte weiter, dass nicht einmal der ernsthafte Versuch unternommen wurde, die Wäscherei zukunftsorientiert aufzubauen, um mittelfristig Wäschereileistungen von anderen Häusern hereinzuholen: „Jetzt eine Analyse der Lage vorzunehmen und dann zu investieren würde bedeuten, die Wäscherei über einen Zeitraum von wenigen Jahren profitabel zu gestalten.“

UKGM weist Kritik zurück

„Viele der Betroffenen wurden völlig überrascht von der Entwicklung“, berichtete die Marburger Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher, die bei der Sitzung in Gießen anwesend war.  Insbesondere die Mitarbeiter der Reinigungsgesellschaft RKRZ wussten nichts von den Plänen des UKGM, sagte Böttcher. Vielen standen die Tränen in den Augen. „An diesen Fällen sieht man die Strategie des Rhön-Konzerns: Man versucht auf dem Rücken der Schwächsten Millionen-Verluste  auszugleichen, die die Manager verursacht haben“, sagte Böttcher.
Reiniger warnen vor Auswirkungen auf Hygiene
Die Beschäftigten der Servicegesellschaften RKRZ waren schon in der Vergangenheit oft diejenigen, die unter Einsparungen als erste zu leiden haben. Der Hintergrund: Die beiden outgesourcten Servicegesellschaften  RKRZ Gießen (Minderheitsgesellschafter: Fa. Zehnacker) in Gießen und RKRZ Marburg (Minderheitsgesellschafter: Fa. Gies) muss sich bei der Vergabe von Aufträgen durch die Rhön-AG in einem normalen Ausschreibungsverfahren durchsetzen – durch günstige Preise, die nur bei entsprechend niedrigen Löhnen möglich sind.
Die Rhön-AG betrachtet ihre beiden Tochterfirmen, an denen sie jeweils 51 Prozent hält, lediglich als „Dienstleister“. Was mit den 30 RKRZ-Beschäftigten in der Wäscherei geschehe, stehe nicht im Einflussbereich des UKGM, musste Sprecher Frank Steibli gestern der Presse ausrichten. Erst vor wenigen Tagen hatten RKRZ-Mitarbeiter, die in der Gebäudereinigung tätig sind, in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass aufgrund von Personalmangel auch Büromitarbeiter und Vorarbeiter in der Reinigung eingesetzt würden. Das hindere daran, Mitarbeiter auf die neuen Hygienestandards zu schulen.

Überlastungsanzeigen liegen nicht vor

Für hygienische Mängel – eine Katastrophe im Krankenhaus – würden Vorarbeiter verantwortlich gemacht, Stellen mit Hinweis auf den wirtschaftlichen Druck nicht wiederbesetzt.
Die Rhön-AG wies das zurück: Die RKRZ beschäftige zur Sicherung der Hygiene im Reinigungsbereich fünf staatlich geprüfte Desinfektorinnen am Standort Marburg, sagte Steibli auf Anfrage der OP.
Alle Schulungsinhalte sowie die Schulungen selbst seien vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene am UKMG geprüft und als geeignet befunden worden. Die RKRZ lege dem Betriebsrat des UKMG die Qualifikation der im OP und Intensivabteilung beschäftigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor deren Einsatz vor. Weder der Geschäftsleitung noch dem Betriebsrat der RKRZ liegen Überlastungsanzeigen von Vorarbeitern der RKRZ vor.
Und schließlich: Neueinstellungen würden im Rahmen der üblichen Fluktuation vorgenommen. Alle frei werdenden Stellen würden 1:1 neu besetzt, sagte Steibli.

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