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Hinterland Vorwürfe gegen den Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Hessen
Landkreis Hinterland Vorwürfe gegen den Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Hessen
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20:19 01.12.2010
Immer mehr ältere Menschen brauchen Hilfe im Alltag. Doch eine Pflegestufe zu bekommen oder diese zu erhöhen, erweist sich oft als schwierig. Quelle: Archivfoto

Marburg. Fast 80 Prozent der Verfahren wurden innerhalb weniger Wochen positiv abgeschlossen – eine Sache, die sich Zimmermann nicht erklären kann: „Es kann nicht sein, dass sich der Zustand der Patienten innerhalb weniger Wochen so drastisch verschlechtert, dass der MDK seine Pflegebeurteilung ändert“, sagt er im Gespräch mit der OP. Zimmermann vermutet, dass der MDK Pflegestufen-Anträge oder -Änderungen kategorisch erst einmal ablehnt, um für die Krankenkassen, in dessen Auftrag er tätig wird, Geld zu sparen.

„Denn die wenigsten Angehörigen wissen, dass sie Widerspruch gegen die Beurteilung des MDK einlegen können“, ergänzt der Rechtsanwalt. So würden viele Ablehnungen bestandskräftig, selbst wenn sie falsch seien.
Seine Aussagen unterstützt der Marburger Anwalt mit Zahlen: Von Januar 2008 bis September 2010 hat er insgesamt 95 Widerspruchs-, Anhörungs- und Klageverfahren auf den Weg gebracht. 74 Verfahren wurden positiv abgeschlossen, drei Widersprüche wurden zurückgenommen, drei negativ beschieden. „13 Widerspruchsverfahren laufen noch, ebenso zwei Klageverfahren“, berichtet Zimmermann.

Der MDK Hessen weist diese Vorwürfe auf Nachfrage der OP nachdrücklich zurück und erklärt, dass die Gutachter ihre Aufgaben „pflichtgemäß neutral und unabhängig vom Ansehen der Person oder der Institution“ erfüllen würden. Zimmermann, der mit einem Marburger Pflegeberater kooperiert, hinterfragt das: Es scheine ihm, als ob es mehr um Geld als um die Menschen gehe.

von Katharina Kaufmann

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe der OP.

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