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Vorteile der Reform sind nicht erkennbar

Bereitschaftsdienstzentralen Vorteile der Reform sind nicht erkennbar

Gestern überbrachten vier Bürgermeister den Vertretern der KV in Frankfurt zwei Resolutionen: eine der Hinterländer Bürgermeister und eine des Kreistags.

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Die kleine Patientin beäugt die Spritze kritisch.Archivfoto

Quelle: TK-Pressestelle

Gladenbach. Vier Bürgermeister machten sich gestern in Vertretung aller Hinterländer Kollegen auf den Weg nach Frankfurt, um sich von Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) deren Absichten hinsichtlich der ärztlichen Versorgung in den Bereitschaftsdiensten während der Schließungszeiten der Arztpraxen erläutern zu lassen. Was Georg Gaul aus Lohra, sein Gladenbacher Kollege Klaus-Dieter Knierim, Peter Pfingst von der Gemeinde Steffenberg und Markus Schäfer als Bad Endbacher Bürgermeister zu hören bekamen, stellte sie jedoch nicht zufrieden.

„Wir sehen uns hier in der Pflicht, im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger dafür zu kämpfen, dass die angedachte Strukturveränderung in dieser Form nicht umgesetzt wird!“, erklären sie unisono in einer Pressemitteilung. Deren Vorteile seien „insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass wir in unserer Region ein funktionierendes Bereitschaftssystem haben, nicht zu erkennen“, erklärte Schäfer.

Er kritisiert, dass die Anfahrtszeit für Patienten aus dem Hinterland bis nach Marburg auf bis zu 45 Minuten wachse. „Damit werden unsere Bemühungen, die Region weiterhin attraktiv und lebenswert zu halten, ein weiteres Mal auf inakzeptable Weise durchkreuzt. Insbesondere die Ansiedlung junger Menschen wird zunehmend nahezu unmöglich gemacht.“

Knierim befürchtet, dass sowohl Nutzen als auch Einsparpotenzial dieser Reform eher fragwürdig erscheinen. Dass die Kosten für die einzelnen niedergelassenen Ärzte nicht sinken werden, bestätigten die Vertreter der KV den Bürgermeistern.

Nicht nachvollziehen kann Pfingst die Wahl des künftigen zentralen Standorts in Marburg-Wehrda. „Anbindung und Parkplatzsituation sind dort alles andere als optimal und können nun wirklich nicht als patientenfreundlich bezeichnet werden. Unsere Bürgerinnen und Bürger sind angesichts der derzeitigen Themen wie Geburtshilfe im DRK- Krankenhaus Biedenkopf und der zeitgleich aufkommenden Diskussion über die bevorstehende Reform des ÄBD zu Recht verärgert und verunsichert.“

Die Ausgestaltung der in den vergangenen Tagen von der OP veröffentlichten Lösungsidee sei allerdings nur eine von verschiedenen diskutierten Möglichkeiten, um die Versorgung flächendeckend in Hessen sicherzustellen. Bürgermister und KV wurden von den Informationen überrascht. Inzwischen hätten die Obmännern der Kassenärzte im Landkreis die Zulassung aber beantragt, wurde den Bürgermeistern mitgeteilt.

von Gianfranco Fain

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