Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 17 ° wolkig

Navigation:
Vorstand erwägt Baustopp

Sanierung der Leichtathletikanlage Vorstand erwägt Baustopp

Vieles deutet darauf hin, dass die Finanzierungslücke für die beiden laufen Sportanlagenbauten nur über einen Vorschuss der Stadt geschlossen werden kann. Für andere Varianten gibt es im Parlament wohl keine Mehrheit

Voriger Artikel
Die ersten Szenen sind im Kasten
Nächster Artikel
Schallgutachten soll überprüft werden

Die Sanierung der Leichtathletikanlage an der Biedenkopfer Straße geht zügig voran.

Gladenbach. Für die vom Turnvereinsvorsitzenden Michaelo Walter als „Königsweg“ bezeichnete Variante, einen Zuschuss in Höhe von 56 000 Euro - 20 000 Euro für den Kunstrasenplatz des Gladenbacher Sportclubs und 36000 Euro für die vom Turnverein in Auftrag gegebene Sanierung der Leichtathletikanlage - zeichnet sich keine Mehrheit ab. In der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss sowie des Ausschusses für Jugend, Sport soziale und kulturelle Angelegenheiten stand lediglich eine modifizierte Beschlussvorlage des Magistrates zur Debatte.

In der ersten Variante, die im August als Dringlichkeitsantrag scheiterte und nicht auf die Tagesordnung genommen wurde, war vorgesehen die 56000 Euro als Vorschuss zu gewähren, der binnen drei Jahren zurückgezahlt werde muss. Die aktuelle Vorlage sieht eine Rückzahlungsfrist von fünf Jahren vor. Sowohl im Jugendausschuss als auch im Hauptausschuss sprachen sich fünf Stadtverordnete für die Vorlage aus, jeweils drei stimmten dagegen und je einer enthielt sich.

Nicht zur Abstimmung kam ein vom SPD-Fraktionsmitglied Peter Kremer am 12. September beim Stadtverordnetenvorsteher eingegangener Antrag, der vorsieht, die besagte Finanzierungslücke mit einem zurückzuzahlenden Zuschuss zu schließen. Die beiden Vereine sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles versuchen, den Betrag spätestens binnen zehn Jahren zurückzuzahlen. Parlamentschef Hans-Hermann Ullrich (CDU) teilte in der gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse mit, er habe auf Anfrage bei der Kommunalaufsicht die Auskunft bekommen, dass dieser Antrag rechtlich anfechtbar sei, weil er keine klaren Handlungsauftrag für den Magistrat beziehungsweise die Verwaltung enthalte.

Kremer verzichtete deshalb darauf, den Antrag zur Abstimmung zu stellen. Den Änderungsantrag wollen zur Parlamentssitzung am Donnerstag auch die Stadtverordneten Dirk Ronzheimer (CDU) und Helmut Brück (Freie Wähler) unterschreiben.

Keine Legitimationfür Kreditaufnahme

Vermutlich wird die Fraktion von Junger Liste/Die Grünen einen weiteren Änderungsantrag einbringen, der die Schließung der Lücke durch einen nicht zurückzahlbaren Zuschuss vorsieht.

TV-Vorsitzender Michaelo Walter, der mit seinem Stellvertreter Helmut Kronenberger am Dienstagabend der Ausschusssitzung beiwohnte, betonte gestern, dass man seitens des Turnvereins die Entscheidung des Parlaments am Donnerstagabend abwarte.

Im Anschluss daran, werde der Turnbeirat tagen, um die weitere Vorgehensweise zu beraten. Zu den Handlungsoptionen zähle auch ein mit der Firma Schmitt zu vereinbarender Baustopp, wenn das vorhandene Geld für die Sanierung der Leichtathletikanlage aufgebraucht sei.

Walter betonte erneut, dass der Vorstand sich in der vergangenen Jahreshauptversammlung einen Eigenanteil für das Bauprojekt in Höhe von 25000 Euro absegnen ließ - Geld aus der eigenen Kasse.

Über bis zu 5000 Euro zusätzlich könne der Vorstand verfügen. Der Verein habe 24 gut funktionierende Abteilungen und weit mehr als 50 ausgebildete Übungsleiter. All das müsse finanziert werden. Die Sanierung der Tennen-Anlage sei Grundlage für den Aufbau einer leider nicht mehr existierenden Leichtathletik-Abteilung - in enger Kooperation mit der Europaschule. „Wir wollen einen Trainer finanzieren und müssen jede Menge Geld für noch nicht vorhandene Geräte und die Pflege der neuen Anlage in die Hand nehmen.“

Eine monatliche Belastung von mehreren hundert Euro für die Rückzahlung des Vorschusses hätte unweigerlich Auswirkungen auf den Sportbetrieb in den übrigen Abteilungen, sagte Walter und erklärt: Er könne andere Abteilungen nicht für eine noch nicht existierende ausbluten lassen.

In Gesprächen mit Vertretern der Stadtverwaltung und Fraktionen des Stadtparlaments wurde auch über die Möglichkeit diskutiert, gemeinsam mit den beiden Vereinen und der Europaschule im Frühjahr einen Sponsorenlauf zu organisieren.

Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim erinnerte in der Ausschusssitzung am Dienstag über den sehr erfolgreichen Lauf zugunsten des Wiederaufbaus des Freizeitbades „Nautilust“ und der Sanierung der Martinskrirche. Entsprechende Einnahmen könnten zur Rückzahlung des Vorschusses verwendet werden.

Ein solcher Sponsorenlauf wäre allerdings nicht der einzige im nächsten Jahr: Nach Informationen der OP plant die Europaschule im Mai einen Lauf zugunsten der Kisomachi Secondary School in Tansania.

Aus diesem Grund will die evangelische Kirchengemeinde Gladenbach einen ursprünglich fürs Frühjahr geplanten Sponsorenlauf erst im September veranstalten. Die Einnahmen fließen in die Finanzierung des geplanten neuen Gemeindehauses.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr