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Vorsicht vor vermeintlich seriöser Post

Betrugsmasche Vorsicht vor vermeintlich seriöser Post

In vermeintlich amtlicher Aufmachung kommen sie daher: Briefe vom „Fachregister Wirtschaft und Unternehmen“ oder von der „Gewerbeauskunft-Zentrale“. Doch meistens stecken verbrecherische Absichten dahinter.

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Wer das Kleingedruckte bei vermeintlich seriösen Anbietern nicht genau liest, muss schnell hohe Geldbeträge zahlen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eine Cölber Unternehmerin erhält in der vergangenen Woche ein Schreiben von der „Gewerbeauskunft-Zentrale“. Sie wird darin aufgefordert, die bisherigen Angaben zu ergänzen oder zu korrigieren. „Ein Teil meiner Unternehmensdaten stand schon im Antwortschreiben drin. Gefehlt haben nur Branche, E-Mail- und Internet-Adresse“, erklärt die Unternehmerin gegenüber der OP. Als sie das Kleingedruckte liest, stellte sie fest: „Die Vergütung der GWE Wirtschaftsinformations GmbH gemäß den Angaben des aktuellen Angebots wird mit Erhalt der Rechnung jeweils für ein Jahr im Voraus fällig. Die jährliche Vergütung beträgt Eur 478,20 zzgl. Ust. bei Mindestvertragslaufzeit Eur 956,40 zzgl. Ust.“ Die Mindestvertragslaufzeit, das geht einem weiteren Absatz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen hervor, beträgt zwei Jahre.

Das „Fachregister Wirtschaft und Unternehmen“ setzt auf die gleiche Masche: Eine Gladenbacher Anwaltskanzlei erhielt kürzlich einen solchen Brief, mit dem „die turnusmäßige Kontrolle der gespeicherten Grunddaten Ihres Unternehmens“ erfolgt. Dort wird Druck ausgeübt. „Sollte eine rechtzeitige Gültigkeitsbescheinigung ausbleiben, könnten Ihre Daten beim nächsten Kontrolllauf gestrichen werden“, heißt es in dem Schreiben. In diesem Fall kostet das Ergänzen oder Korrigieren 1 011 Euro im Jahr. Eine Abofalle ist es zudem, denn wer auf das Schreiben – mit dem übrigens ein Eintrag auf der Internetplattform www.registerwu.de realisiert werden soll – reagiert, schließt einen Vertrag mit dem Unternehmen ab, das seinen Firmensitz in Lissabon hat. Dieser Vertrag verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, sofern nicht rechtzeitig gekündigt wird.

„Ich kann nur alle warnen, auf solche Schreiben zu reagieren“, betont die Cölber Unternehmerin. Sie ist damit einer Meinung mit verschiedenen Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern und der Polizei. Denn auch diese warnen alle eindringlich vor einer „Abzocke“ durch die Absender. Der beste Ort für solche Schreiben sei die Tonne für Altpapier.

von Katharina Kaufmann

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