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Vorsicht Abzocke:100 Euro Strafe für Downloads

Internet Vorsicht Abzocke:100 Euro Strafe für Downloads

Mit einer alten Masche versuchen Betrüger derzeit auf neuem Territorium Geld zu verdienen: Sie verschicken E-Mails mit dem Betreff „Ermittlungsverfahren gegen Sie“.

Marburg. Seit dem 14. Oktober kursiert im World Wide Web eine E-Mail: „Ermittlungsverfahren gegen Sie“ steht im Betreff, im Anschreiben werden die Empfänger dann im Namen der Rechtsanwaltskanzlei Giese aus Hamburg, die angeblich die geschädigte Videorama GmbH in Essen vertritt, darauf hingewiesen, dass ihnen Urheberrechtsverletzungen zur Last gelegt werden.

Damit machen sich die Betrüger die Angst der Menschen vor Abmahnungen und Gerichtsprozessen zunutze. Weiter heißt es in der E-Mail wörtlich: „Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. [...] Durch das Herunterladen urheberrechtlich geschützer Werke haben Sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15, 17, 19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.“

Als Beweise werden eine angeblich zur Tatzeit genutzte IP-Adresse, eine E-Mail-Adresse und das vermeintliche Aktenzeichen der Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft aufgeführt. Um „weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen und Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen“ bieten die Betrüger an, den Schadensersatzanspruch des Mandanten außergerichtlich zu lösen: An einer Tankstelle oder an einem Kiosk soll man für 100 Euro eine Guthabenkarte des Internetbezahldienstanbieters „Ukash“ kaufen und den 19-stelligen Code an die E-Mail-Adresse der angeblichen Rechtsanwälte schicken.

Die Rechtsanwälte Giese gibt es wirklich, sogar in Hamburg – allerdings ist Kanzleichef Florian Giese selbst ein Opfer der Betrüger, wie er auf seiner Internetseite schreibt: Er habe bereits Strafanzeige erstattet, die Kripo Hamburg ermittle, heißt es dort. Zudem warnt er davor, auf die E-Mail zu reagieren: „Betrachten Sie diese E-Mails als gegenstandslos und Betrugsversuch“, heißt es auf der Webseite der Kanzlei.

von Katharina Kaufmann

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