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Hinterland Von Erntedank bis Zukunftsangst
Landkreis Hinterland Von Erntedank bis Zukunftsangst
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20:06 11.10.2010
An der herbstlich dekorierten Kaffeetafel sangen die Besucher des Kreiserntedankfests gemeinsam Lieder wie „Wir pflügen und wir streuen“. Quelle: Manfred Schubert

Lohra. „Es ist dankenswert, dass die Bauern uns jedes Jahr an das Staunen und Danken erinnern. Viele meinen, sie brauchten diese wichtige Begabung, zu danken, nicht“, erklärte Pfarrer Hans-Ludwig Schmank.

Er sprach zu Beginn der Kreiserntedankfeier vor den etwa 280 Gästen, die der Einladung des Kreisbauernverbands (KBV) Marburg-Kirchhain-Biedenkopf ins Bürgerhaus gefolgt waren.

Auf die schwierige Lage der Landwirte wies in seinem Grußwort Lohras Bürgermeister Georg Gaul hin: „Auch in unseren Dörfern hat vor Jahren das Höfesterben begonnen, viele Nebenerwerbsbetriebe haben aufgegeben, auch ich selbst habe verpachtet. Ich wünsche mir langfristige Strategien von den politischen Entscheidern, nicht nur von Wahl zu Wahl.“

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern bezeichnete die Landwirtschaft als wichtige Basis des Lebens und sicherte ihr die weitere Unterstützung des Kreisausschusses zu. Er begrüßte, dass der KBV die Globalisierung in die Diskussion bringe.

McGovern meinte, dass viele Verbraucher den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Preisen nicht mehr wahrnähmen. Koch sprach von einem gewaltigen Frust bei den Landwirten – viele Menschen seien gewillt, Nahrungsmittel direkt vom Bauernhof zu kaufen, würden dafür jedoch nur Discounterpreise zahlen wollen.

McGovern appellierte unter Verweis auf fehlende regionale Einflussmöglichkeiten auf den Milchmarkt an die Kreativität der Bauern. Die Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen sei eine Alternative angesichts der angestrebten Unabhängigkeit des Landkreises bei der Energieversorgung bis 2040.

Der Posaunenchor Lohra begleitete während des Festes gemeinsam gesungene Lieder. Die Hessische Volkskunstgilde unterhielt die Besucher mit Liedern, Tänzen und einem Mundartsketch. Die Landfrauen sorgten für die Bewirtung.

von Manfred Schubert

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