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Hinterland Vom Marburger PC in die weite Welt
Landkreis Hinterland Vom Marburger PC in die weite Welt
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06:15 27.04.2012
Ulrich Baumhögger (links) entwickelt mit seiner Medienagentur Ecomeda in Marburg Internetauftritte für Unternehmen in aller Welt. Hilfe bekommt er dabei von seinem 16-jährigen Sohn Max. Quelle: Katharina Kaufmann
Marburg

„Das Internet wird die Welt verändern“, sagt Ulrich Baumhögger, während er vor seinem PC sitzt und arbeitet. Und weil er davon überzeugt ist, hat der 52-jährige Marburger sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht. Die Globalisierung will er sich zunutze machen und arbeitet von Marburg aus für Unternehmen in aller Welt. Gerade erst hat er für den japanischen Automobilzulieferer Sinto eine neue Homepage erstellt - nach neusten Standards und mit Unterstützung seines 16-jährigen Sohnes Max.

Team von fünf Mitarbeitern

Das Marburger Kernteam von Ecomeda besteht aus fünf Mitarbeitern. „Ansonsten haben wir ein Expertennetzwerk in ganz Deutschland mit Illustratoren, Web-Designern und Grafikern, die für uns arbeiten“, berichtet Baumhögger, der als Projektleiter alle Mitarbeiter koordiniert. „Wenn wir das alles unter einem Dach machen würden, könnten es die Kunden gar nicht bezahlen“, betont er.

Der ausgebildete Naturwissenschaftler war in seiner beruflichen Laufbahn in vielen Branchen tätig, hat Erfahrungen im kaufmännischen Bereich wie auch im Marketing gesammelt.

„Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung für ausländische Unternehmen zu arbeiten“, berichtet er. Denn man müsse dabei auch offen sein für andere Kulturen. So sei es nichts Verwunderliches, wenn in einer Telefonkonferenz mit einem japanischen Unternehmen mal ein Mitarbeiter einschlafe. „In Japan bedeutet das, dass dieser Mitarbeiter fleißig ist. Da stört es niemanden, wenn er in einer Besprechung einschläft“, schildert Baumhögger, was er bei seinen internationalen Aufträgen bereits alles erlebt hat. Sowieso seien die Japaner ganz anders als die Amerikaner. „Die Japaner nehmen sich richtig Zeit für ein Projekt, schauen immer wieder drüber, während es bei Unternehmen in den USA immer noch schneller und schneller gehen muss“, so der Agentur-Inhaber, der bei seiner Arbeit festgestellt hat, dass die Deutschen sehr aufs Technische fokussiert sind und auch so vorgehen. „Das ist nicht in allen Kulturen so“, erläutert Baumhögger. Besonders stolz ist der 52-Jährige auf seinen Sohn Max, der bereits jetzt im Alter von 16 Jahren in seine Fußstapfen tritt und mit den komplexesten Contentmanagementsystemen arbeiten kann. „Ich muss also eigentlich gar keine Angst haben, dass ich keinen Nachfolger für mein kleines Unternehmen finde“, sagt Baumhögger und ergänzt: „Das Internet wird die Welt verändern. Und ein Ende ist gar nicht vorstellbar.“

von Katharina Kaufmann