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Vom Fotzborn zum Kolumbus-Tempel

Ehrenamt Vom Fotzborn zum Kolumbus-Tempel

Die Biedenkopfer Grenzgangsführer von 1984 übernehmen offiziell die Patenschaft für Brunnen und Quellfassungen im Stadtwald, nachdem sie sich zehn Jahre um deren Instandhaltung gekümmert haben.

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Biedenkopf. Die Wälder um Biedenkopf sind reich an historischen Objekten. Thomas Böhle hat ihre Geschichte in seinem kürzlich erschienenen Buch „Auf Biedenkopfer Spuren“ näher beleuchtet. Der Pflege und dem Erhalt zahlreicher Brunnen und Quellfassungen im Stadtwald hat sich die Biedenkopfer Gruppe „Pensionäre und Rentner“ (PuR) verschrieben. Eine sehr aufwendige Aufgabe, für die die PuR Jahr für Jahr 300 bis 350 Arbeitsstunden in bis zu 15 Arbeitseinsätzen leisten - ehrenamtlich und mit Unterstützung des städtischen Bauhofs. Nun haben die PuR offiziell die Patenschaft für eine Reihe von Objekten übernommen.

Am Tretbecken im Trimm-pfad (Kottenbachtal) erfolgte die symbolische Übergabe der Patenschaftsurkunde durch den Biedenkopfer Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) an den PuR-Vorsitzenden Willi Achenbach. Mit dabei waren auch der Biedenkopfer Bauamtsleiter Lothar Achenbach und der Bauhofleiter Detlef Pape.

Der Patenschaftsübernahme ging ein Aufruf der Stadt Biedenkopf voraus. Bürgermeister Thiemig freute sich, dass es mit den PuR eine engagierte Gruppe gibt, die sich der Pflege historischer Objekte widmet. Davon profitierten alle Seiten. Leider gebe es auch immer wieder Menschen, die den Objekten eine „falsche Wertschätzung“ entgegenbringen, indem sie dort ihre Spuren hinterlassen, sagte Thiemig.

Im Anschluss an die Patenschaftsbeurkundung machten die Beteiligten bei einigen weiteren Objekten Station. So etwa beim „Fotzborn“ nahe des Altenheims Tannhäuser, dessen Quellwasser einst eine besondere Wirkung zugesprochen wurde.

Nur wenige Meter weiter befindet sich die „Wasserpyramide“ – eine pyramidenartige runde Aufschichtung von Steinen, an denen Wasser herabläuft, das zuvor bis knapp unter die Spitze der Pyramide hochgepumpt wird. Schnell gelangt man von dort aus über den Wanderweg Tannhäuser zum Standort des 1896 errichteten „Fontäne Springbrunnens“, der ebenfalls von den PuR instand gehalten wird und früher der Wasserversorgung des ehemaligen Hotels Tannhäuser diente.

Nicht weit entfernt steht der „Kolumbus-Tempel“. Dessen türmchenartige Bauweise sollte einst die Offenheit der Biedenkopfer Bürger nach außen demonstrieren. Noch heute ermöglicht er einen Panoramablick auf die Lahnstadt. Im Jahr 2000 wurde der Kolumbus-Tempel von den PuR saniert.

Gegründet wurde PuR am 19. Januar 2000 in der Gaststätte „Zum alten Sudhaus“ von den Grenzgangsführern des Jahres 1984. Die Stärkung der Freundschaft und Geselligkeit war das Ziel. Die Betreuung und Instandhaltung historischer Anlagen kam schon bald als neue Aufgabe hinzu. Momentan zählen die PuR 43 Mitglieder. Sie betreuen und pflegen folgende Quellfassungen und Tretbecken: Fotzborn, Wasserpyramide, Pilzbrunnen, Gottesbrünnlein, Stefansborn, Himmelborn, Carls Born, Touristenquelle, Amselborn, Fontäne Springbrunnen, Siegfrieds Born, Julius Born, Johannisquelle, Christophs Born, Korporalsborn, Tretbecken am Trimmpfad. Da die PuR ihre Nebenkosten aus eigener Tasche begleichen, ist die Gruppe auf Spenden angewiesen.

von Björn-Uwe Klein

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