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Vom Fotolabor zur Digitalfotografie

Serie: Kunst als Hobby Vom Fotolabor zur Digitalfotografie

Karl-Heinz Schlierbach wurde während seiner vielen Jahre als Hobbyfotograf zum "Jäger des besonderen Lichts".

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Karl-Heinz Schlierbach präsentierte seine Fotografien bei seiner Ausstellung in der „Alten Schule“ in Bad Endbach.Foto: Ingrid Lang

Weidenhausen. Hobbyfotograf Karl-Heinz Schlierbach wurde vor 60 Jahren in Bad Endbach-Hütte geboren. Seinen ersten Fotoapparat bekam er im Alter von 15 Jahren und zwar eine Agfa Iso-Rapid. Die Kamera hatte nur zwei Einstellmöglichkeiten entweder „Sonne“ oder „Bedeckt“ und es war nicht möglich, eine Entfernung einzustellen.

Die ersten Filme der Agfa hatten das Format 24 mal 24 Millimeter. Vom ersten selbst verdienten Geld kaufte sich Schlierbach schließlich eine Spiegelreflexkamera. Von da an wurde mit Diafilmen fotografiert und die ersten Dia-Abende ausgerichtet. Dazu wurde noch ein Diaprojektor und eine Leinwand angeschafft.

Bei den auf die Leinwand projizierten Bildern begann für den Hobbyfotografen die Faszination der Fotografie, dem Betrachter durch Großaufnahme das Motiv noch näherzubringen.

Der Hobbyfotograf lichtete zunächst alles ab, was um den Bad Endbacher Ortsteil Schlierbach herum passierte - Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte, das Dorf, Tiere sowie die Mittelgebirgslandschaft des Hinterlandes.

Bei Urlaubsreisen war die Kamera immer im Gepäck. Schlierbach schaffte sich ein SchwarzWeiß- und später auch ein Farblabor an und entwickelte seine Bilder, die er oft vergrößerte, selbst auf Fotopapier. Beeinflusst von Gradation, Kontrast, Farbtonwerten und Solarisationseffekten begann seine kreative Phase. Jetzt bot sich die Möglichkeit, weit über das als natürlich und real empfundene Abbild hinauszugehen.

Durch Heirat und Umzug nach Weidenhausen schlief das kreative Schaffen erst einmal ein und aus Zeitmangel wurde die Laboreinrichtung verkauft. Ab sofort verwendete Schlierbach nur noch Diafilme. Zudem legte er den Focus aufs Fotografieren. Jetzt waren auch keine Schnappschüsse mehr gefragt, sondern das zielgerichtete Aufspüren von interessanten Motiven. Der Hobbyfotograf wurde quasi zu einem „Jäger des besonderen Lichtes“ und dadurch änderte sich wieder die fotografische Arbeitsweise.

Schlierbach rückte eindrucksvolle Naturschauspiele ins rechte Licht. Aus dieser Kreativität schöpft Schlierbach sehr viel Energie und wird immer wieder motiviert, auch zu Unzeiten aufzubrechen, um etwas Besonderes zu erleben. So entstanden zum Beispiel Aufnahmen bei Dunkelheit und Nebel in Hohensolms.

Bei der Ankunft im nebelverhangenen Aartal hielt der Hobbyfotograf den leuchtenden Vollmond und das aufziehende Morgenrot in der entgegengesetzten Himmelsrichtung im Bild fest.

Weitere einmalige Aufnahmen entstanden bei einer Bergtour im strömendem Regen in Schweden; oben angekommen, zogen die Regenwolken auseinander und ein prachtvoller Regenbogen zeigte sich über der Gebirgswelt.

Hinzu kamen aber auch Enttäuschungen, wenn eine Aufnahme nicht gelungen war. Allerdings waren die Probleme nach der Anschaffung einer Digitalkamera wie weggewischt.

Von nun an stand die Bildgestaltung im Vordergrund, wobei das Wissen um einen guten Ort und das passende Licht halfen.

Vor etwa drei Jahren stellte Schlierbach komplett um von analoger auf digitale Fotografie - auch wegen des Zeitmangels. Er bearbeitet die Fotos am Computer. Sein Wissen aus der Laborarbeit hilft ihm bei der Umsetzung. Mit moderner Bearbeitungssoftware sei nahezu alles möglich, um ein fotografiertes Bild in ein kreatives umzuwandeln.

Bei seiner letzten Ausstellung in Bad Endbach zeigte ­Schlierbach Momentaufnahmen und Bilder, die er so bearbeitet hatte, dass sie dem Betrachter eine fast malerische Kulisse bieten.

von Ingrid Lang

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