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Vom Baum in die Presse in den Mund

Äpfelkeltern Vom Baum in die Presse in den Mund

Morgens noch eine Frucht, abends schon ein Begleitgetränk zu Speck- und Zwiebelkuchen: Die Mitglieder der Concordia Chöre zeigten, wie‘s geht.

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Ab in den Häcksler: Rudi Weleda wirft die frisch gewaschenen Äpfel in den Trichter hinein.

Quelle: Peter Piplies

Mornshausen/S.. Die Concordia-Chöre aus dem Gladenbacher Stadtteil Mornshausen riefen eine neue Veranstaltung ins Leben. Im und vor ihrem Concordia-Treff organisierten die Sangesfreunde am Samstagvormittag ein Kelterfest. Dafür waren ein Dutzend freiwillige Helfer bereits am Morgen aktiv, wuschen, häckselten und pressten Äpfel zu Saft. Am Abend luden die Concordia-Sänger zu Federweißer mit Speck- und Zwiebelkuchen in ihr Vereinsheim ein.

Seit die Mornshäuser Concordia-Chöre das ehemalige Bankgebäude in der Schulstraße übernahmen und zu ihrem Vereinsheim umbauten, seitdem wird der Concordia-Treff auch mit Leben gefüllt. Dazu möchten die Gesangsfreunde regelmäßig Gäste und Besucher mit Aktionen und Veranstaltungen gewinnen, erläutert Vorsitzender Hans, Jürgen Schmidt.

Die Idee für die jüngste Aktion, das Kelterfest, hatte Schriftführer Hans-Egon Schmidt. Allerdings hatten die Organisa­toren zunächst große Probleme, überhaupt Äpfel für das Keltern zu bekommen. Denn auf der Streuobstwiese des befreundeten Obst- und Gartenbauvereins herrschte ebenso Leere wie in den Gärten der meisten Sangesfreunde.

Doch nach einigem Nach­fragen, Aufrufen und Suchen wurden die Veranstalter doch noch fündig, berichtet der Vorsitzende. Aus Gladenbach und Mornshausen meldeten sich Spender. Auch an einem Wegesrand wurden die Sänger fündig und durften die Äpfel nach Absprache mit den Behörden dort auch ernten. So kamen mehr als 600 Kilogramm frische Äpfel zusammen, die am Morgen des Festes weiterverarbeitet wurden. Die notwendigen Geräte dafür stellte der Mornshäuser Obst- und Gartenbauverein den Sängern zur Verfügung, und Vorsitzender Klaus Zimmermann wies die Sänger persönlich in die Bedienung ein.

Zunächst wurden die Äpfel gewaschen und anschließend in einem Häcksler zerkleinert. Dabei wurde penibel darauf geachtet, dass keine schlechten und faulen Äpfel hineingerieten. Anschließend packten die frei­willigen Helfer den Apfelbrei in eine so genannte Wasserdruckpresse, die einen innen liegenden Gummibalg aufbläst und den Saft durch ein Jutegewebe nach außen drückt.

Einen Teil des frischen Saftes verteilten die Sänger sogleich an die Helfer und Gäste. Aber auch einige neugierige Zuschauer durften ein Glas frischen Apfelsaft kosten. Der Rest wurde am Abend zum Speck- und Zwiebelkuchen getrunken. Dabei standen die Geselligkeit und die Gemeinschaft im Vordergrund. Denn schließlich sei der Sinn eines Vereins die Gemeinschaft und nicht das Alleinsein, erklärte Vorsitzender Schmidt.

150 Liter ihres Saftes setzten die Concordia-Sänger mit Reinzuchthefe an, um daraus Apfelwein oder Cidre zu machen - der Saft hatte übrigens 55 Grad Öchsle. Und die Reste aus der Pressung bekam ein heimischer Landwirt als Futter für seine Tiere.

Die nächste Aktion im Concordia-Treff ist ein Cocktail-Abend am Freitag, 5. Oktober.

von Peter Piplies

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