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Volles Haus am See

Aartalsperre Volles Haus am See

Mehr als 300 Besucher ­kamen zum Tag der ­offenen Tür der Aartalsperre. Die Stauwärter führten sie in Gruppen von gut je 20 Personen durch das „Innenleben“.

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Auf der Hochwasserentlastungsanlage, dem Überlauf, berichtete Patrick Will, dass die Aartalsperre 25 Jahre alt ist.

Quelle: Klaus Peter

Bischoffen. Der Lahn-Dill-Kreis hatte an die Aartalsperre eingeladen. Während 15 Führungen erhielten die Besucher Einblicke in Technik und Innenleben am Hochwasserrückhalte­becken im Aartal.

Dieser Tag, so sagte Stauwärter Patrick Will, solle in der ­
Regel alle zwei Jahre stattfinden, musste aber im Jahre 2015 wegen Bauarbeiten ausfallen. Insgesamt besichtigten an beiden Tagen mehr als 300 Besucher das Bauwerk.

Der Aartalsee wurde von 1984 bis 1991 gebaut und 1992 in ­Betrieb genommen. Auch nach 25 Jahren verfüge das Bauwerk über eine sehr gute Standsicherheit, die regelmäßig geprüft werde. Wie Will und sein Kollege Wolfgang Völker ausführten, beträgt das durchschnittliche Sommerstauvolumen etwa 1,84 Millionen und das des Hauptbeckens im Winter etwa 1,33 Millionen Kubikmeter. Ein Zentimeter Wasserunterschied mache etwa 5400 Kubikmeter Wasser aus.

Die Turbine, so erklärte Will, läuft nur abhängig vom Wasserstand und erzeugt jährlich etwa 300.000 Kilowattstunden Strom. Der der Turbine nachgeschaltete Abfluss sieht eine Wasserabgabemenge von 4000 Liter sekündlich vor. Gleichwohl kann im Hochwasserfall diese Abflussmenge auf 70.000 Liter pro Sekunde erhöht werden. Will erläuterte auch die Funktionsweise der Schieberkammer unter dem Erdwall und erklärte, dass die Betonwände eine Dicke von etwa einem Meter beträgt.

Anlage schützt vor Überschwemmungen

Das Wassereinzugsgebiet für den Aartalsee beträgt etwa 60 Quadratkilometer und der Abfluss erfolgt in die Aar. 43 Grundwassermessstellen sorgen für einen immer aktuellen Überblick. Die Wasseroberfläche beträgt 57 bis 93 Hektar. Die Höhe des Hauptdammes ist mit 14 Metern festgelegt.

Wie aus einem Informationsblatt hervorgeht, wurde schon Anfang der 70er-Jahre darüber nachgedacht, ein Hochwasserrückhaltebecken zwischen den Gemeinden Bischoffen und Hohenahr zu errichten. Grund war, dass das damalige Gebiet ­immer wieder überschwemmt wurde, was auch zu Millionenschäden führte. Der Bau der Sperre hat mehrfach die unterhalb liegenden Kommunen vor Überschwemmungen bewahrt. Für den Bau der Aartalsperre­ mussten Teile der Kanalisation der Ortschaften Ahrdt und Mudersbach umgelegt werden. Um weiterhin eine Ableitung des Abwassers zu ermöglichen, so berichtete Will, wurden zwei Abwasserpumpwerke gebaut.

Insgesamt fünf Abwasser- und sieben Regenwasserpumpen sorgen dafür, dass die Abwässer der Kanalisation zugeführt werden können. Außerdem steht am Pumpwerk Mudersbach ein 580 Kubikmeter großes Rückhaltebecken zur Verfügung.

Die Besucher zeigten sich sehr angetan über die Führungen und die Technik, die in dem ­Innenleben der Aartalsperre verbaut ist.

von Klaus Peter

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