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Vier Bierliebhaber müsst ihr sein

Elisabeth Brauanlagen Marburg Vier Bierliebhaber müsst ihr sein

Die Entstehung der Elisabeth Brauanlagen Marburg (Elbram) GmbH & Co. KG klingt ein bisschen wie aus einem Märchen. Und doch haben die vier Gesellschafter alles andere im Sinn, als Geschichten zu erzählen.

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Gestern Abend nahm die Elisabeth Brauanlagen Marburg GmbH ihre erste Proto- und Referenzanlage in Betrieb: Eckart Oehring (von links), Oberbürgermeister Egon Vaupel, Peter Lob, Ottmar Naumann und Thomas Janssen testen das erste Bier.

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. Man könnte diesen Artikel auch mit den Worten „Es war einmal“ beginnen. Denn es war einmal ein Marburger Gastwirt, der es sich vor fünf Jahren zur Aufgabe machte, mit einer kleinen Anlage sein eigenes Bier zu brauen. Weil Eckart Oehring dabei aber schnell an seine Grenzen stieß, zog er einen alten Bekannten, den Heizungsbauer und Installateur Ottmar Naumann, zu Rate. „Nach zwei Jahren hatten wir die Anlage, die ich bestellt hatte, richtig zum Laufen gebracht. Aber außer den Behältern war nichts mehr wie eigentlich angedacht“, erklärt Oehring, der am unteren Steinweg die „Elisabeth-Gasthausbrauerei“ betreibt.

Und weil Oehring gemeinsam mit Naumann auf diese Weise eigene Erfahrungen in der Entwicklung einer Brauanlage sammelte, dachte er sich, warum nicht solche kleinen Anlagen selbst bauen und vermarkten. Gedacht, getan. Schnell hatten Oehring und Naumann auch Thomas Janssen, seines Zeichens Hobbybrauer, Verfahrensingenieur und Geschäftsführer der Pharmaserv GmbH & Co. KG sowie den Bierliebhaber und Marketingspezialisten Peter Lob im Boot.

Eineinhalb Jahre von der Idee bis zur Umsetzung

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung gingen eineinhalb Jahre ins Land, schließlich erfolgt die Arbeit der vier Elbram-Gesellschafter ehrenamtlich und nebenberuflich.

Es wurde also monatelang fleißig gewerkelt, gebaut und geplant – jetzt ist der Prototyp einer Brauanlage mit sechs Hektoliter Sudwerk und damit eine Referenzanlage fertig. Am gestrigen Freitagabend wurde das erste Sudfest mit zwei Bieren – einem dunklen und einem Maibock – gefeiert. Nun soll es an die Vermarktung und den Verkauf gehen, am besten weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

„Die Freude am Bier hat uns zusammengeführt, jeder hat sein Talent eingebracht, und gemeinsam teilen wir uns das unternehmerische Risiko“, erklärt Oehring. Wenn jetzt ein Kunde komme, könne Elram als Unternehmen sagen: Das ist unsere Anlage, und so schmeckt das Bier daraus.

Ab Herbst, so hofft Peter Lob, soll es mit dem Verkauf richtig losgehen. Interessenten gebe es bereits.

Große und mittlere Betriebe sind Zielgruppe

Die Zielgruppe des jungen Unternehmens sind Gastronomiebetriebe mittlerer bis großer Größe, die Wert darauf legen, keine Getränke von der Stange anzubieten, sondern die ihr eigenes Bier brauen wollen. „Die Besonderheiten stecken nicht in der Rezeptur unseres Bieres, die ist wie überall, sondern in den Innovationen, die in der Anlage stecken“, betont Oehring. So sei viel Wert auf eine hohe Energieeffizienz gelegt worden. „Bei uns wird kein gekühltes oder erhitztes Wasser einfach weggeschüttet, wenn es nicht mehr gebraucht wird, sondern auf verschiedenste Art und Weise energetisch weiter genutzt“, erläutert Lob dies nicht ohne Stolz.

Nicht weniger stolz sind die anderen drei Bierliebhaber: „Eine ganz neue Brauerei aufzubauen, das haben wir nicht gewagt, aber an den Anlagenbau haben wir uns herangetraut – nun hoffen wir, dass unser Plan auch aufgeht“, sagt Eckart Oehring, während er das erste Bier aus der Brauanlage probiert, die in den Geschäftsräumen von Elbram in der Ernst-Giller-Straße steht. Denn damit würde für ihn, Janssen, Lob und Naumann ein kleiner Traum in Erfüllung gehen – wie in einem Märchen.

von Katharina Kaufmann

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