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Hinterland VfL Biedenkopf feiert das Double
Landkreis Hinterland VfL Biedenkopf feiert das Double
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18:55 10.06.2012
Groß war der Jubel bei den Spielern, Funktionären und dem Anhang des VfL Biedenkopf über den Sieg im Hinterländer Kreispokalwettbewerb.Foto: Michael Hoffsteter Quelle: Michael Hoffsteter

Im fünften Anlauf, im Grenzgangsjahr und in der 101-jährigen Vereinshistorie hat es endlich geklappt. „Franz-Josef-Müller-Stadion“, Samstag, 17.17 Uhr: Schiedsrichter Eric Weigel greift zur Pfeife und beendet das Finale zwischen dem Kreisoberliga-Aufsteiger VfL Biedenkopf und dem A-Ligisten SSV Hommertshausen. Riesenjubel, aber auch Erleichterung bei den ganz in Rot gekleideten ehemaligen Kreisstädtern. Frust und Enttäuschung dagegen bei den Gästen, die nach einem 0:4-Pausenrückstand fast noch für eine faustdicke Sensation gesorgt hätten. „Nach der klaren Pausenführung haben wir einen Gang herausgenommen, sind fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen und mit einem blauen Auge davongekommen. Doch wer Buchenau und Breidenbach ausschaltet, der hat es letztlich auch verdient“, resümierte VfL-Erfolgscoach Uwe Brandl nach dem „Pokal-Krimi“ in der Aue.

Restlos bedient war dagegen sein Gegenüber, SSV-Spielertrainer Timo Bernhardt. „Durch individuelle Fehler sind wir in der ersten Halbzeit eiskalt bestraft worden. Wenn die Partie allerdings noch länger gedauert hätte, wäre eine Verlängerung möglich gewesen“, gab der „Heimkehrer“ zu Protokoll. Mit begeisterndem Tempofußball in den ersten 45 Minuten schien der Neu-Kreisoberligist den A-Ligisten auf Kunstrasen in Grund und Boden zu spielen.

Nach den ersten guten Gelegenheiten der „Grün-Weißen“ nahmen die Brandl-Schützlinge Fahrt auf und legten bis zur 31. Minute eine satte 4:0-Führung vor. Bereits nach 13 Minuten passte Jonas Bodenbender nach innen, und Dennis Rakowski vollstreckte mit links zur 1:0-Führung. Zwölf Minuten später segelte ein Freistoß von Hendrik Müller in den Straftraum, Jonas Bodenbender schraubte sich am höchsten, und der Ball landete zum 2:0 im Netz von SSV-Torwart Friedrich, der dabei allerdings keine glückliche Figur machte. Ebenfalls per Kopf legte Bodenbender wenig später nach, bevor Simon Wickenhöfer zum Pausenstand vollstreckte.

Im Biedenkopfer Angriffswirbel untergegangen waren die frühen Hommertshäuser Möglichkeiten durch Ramazan Gülec (7.) und Alexander Einloft (30.). „Wir dürfen uns hier vor den vielen Zuschauern nicht abschlachten lassen“, hatte Timo Bernhardt in der Kabine an seine Schützlinge appelliert. Diese Worte setzten die Gäste nach dem Wechsel dann auch in Tore um: Während der VfL immer mehr abbaute und überheblich mit seinen Möglichkeiten umging (Koniecny scheiterte in der 73. Minute mit einem Strafstoß an Mark Friedrich) verkürzten Ramazan Gülec mit einem Doppelpack und Timo Bernhardt auf 3:4.

Die Sensation in einer hochdramatischen Schlussphase wäre fast perfekt gewesen, doch Thorsten Bernhardt scheiterte in der 88. Minute um Zentimeter bei seinem Schussversuch zum möglichen 4:4.

von Herbert Lenz