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Versuchter Mord an BVB-Fan

Prozess-Auftakt Versuchter Mord an BVB-Fan

Das negativste Ereignis des Kirschenmarkts 2017 wird ab Freitag vor dem Marburger Landgericht aufgearbeitet.

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In der „Fressgasse“ des Kirschenmarkts 2017 gab es in den frühen Morgenstunden des 2. Juli eine folgenschwere körperliche Auseinandersetzung.

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach . Vier Verhandlungstage der 3. Strafkammer des Marburger Landgerichts sind angesetzt, 17 Zeugen sollen gehört werden. Morgen beginnt die Verhandlung, mit einem Urteil ist Ende Februar zu rechnen. Es geht um versuchten Mord, den die Staatsanwaltschaft zwei jungen Männern zur Last legt. Zugetragen hat sich die Tat in den Morgenstunden des 2. ­Juli auf dem Gladenbacher Kirschenmarkt.

Dort wurde ein Mann durch Tritte gegen den Oberkörper und den Kopf lebensgefährlich verletzt. Wie die OP bereits ­berichtete, war das 22-jährige Opfer offenbar als BVB-Anhänger erkennbar, und soll schon beim ersten Aufeinandertreffen von den zwei heute 20-jährigen Schalke-Fans geschlagen und getreten worden sein.

Aufeinandertreffen in der Fressgasse

Schon kurz nachdem sie die Ermittlungen aufgenommen hatte, sprach ein Vertreter der Staatsanwaltschaft von einer Auseinandersetzung zwischen Fans von Fußballvereinen. Einer der mutmaßlichen Täter wird durch die Ermittler der Schalker Ultraszene zugeordnet. Bei den angeklagten Schalke-Fans handelt es sich um zwei heute 20-Jährige. Einer stammt aus dem Lahn-Dill-Kreis, einer aus Kassel.

Beim zweiten Aufeinandertreffen der drei Männer in der „Fressgasse“ des größten Volksfestes der Region eskalierte die Rivalität. Nach Schilderung des Landgerichts soll einer der Angeklagten das mutmaßliche Opfer durch einen heftigen Tritt gegen den Oberkörper zu Fall gebracht haben. Als der 22-Jährige am Boden lag, soll der zweite Angeklagte gegen dessen Kopf getreten haben und dabei tödliche Verletzungen in Kauf genommen haben, so die Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat aus „niederen Beweggründen“ aus.

Ein Rettungswagen brachte den 22-Jährigen wegen lebensbedrohlicher Kopfverletzungen ins Krankenhaus, wo er nach einer Notoperation überlebte. Er musste allerdings für einen längeren Zeitraum im Krankenhaus bleiben. Ein Passant, der in den Streit eingriff, erlitt damals ebenfalls erhebliche Blessuren. Beide werden als Zeugen gehört.

Fall für Jugendkammer

Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hielten einen der mutmaßlichen Täter fest und übergaben ihn der Polizei. Der zweite wurde nach kurzer Flucht gestellt. Die beiden damals 19-Jährigen kamen nach ihrer Festnahme noch in der Nacht wieder frei. Nachdem sich der Verdacht des versuchten Mordes erhärtet und ein Haftbefehl erlassen wurde, kamen die beiden in Untersuchungshaft. ­Wegen des Alters der Angeklagten zur Tatzeit findet der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts statt. Drei Berufsrichter und zwei Schöffen befinden über das Strafmaß, das im Jugendstrafrecht eine Höchststrafe von zehn Jahren vorsieht. Den Vorsitz hat Richter Dr. Thomas Wolf.

  • Die Verhandlung beginnt am Freitag um 9 Uhr im Saal 104 des Landgerichts. Weitere Verhandlungstage sind der 5., 15. und 23. Februar.

von Gianfranco Fain

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