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Hinterland Versuchter Mord: Gericht hört 31 Zeugen
Landkreis Hinterland Versuchter Mord: Gericht hört 31 Zeugen
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12:01 08.04.2018
Vor dem Landgericht in Marburg muss sich ab Dienstag ein 24-Jähriger verantworten, der im August vergangenen Jahres einen damals 26-Jährigen niedergestochen hat. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Insgesamt zehn Prozesstage sind angesetzt, 31 Zeugen und ein Sachverständiger werden vor dem Landgericht Marburg unter Vorsitz von Richter Dr. Frank Oehm gehört. Verhandelt wird eine Messerattacke, die sich im vergangenen Jahr am 4. August gegen 23.30 Uhr im Steffenberger Ortsteil Niederhörlen ereignete hatte.

Zwei Männer, der zur Tatzeit 23-Jährige und ein 26-Jähriger, waren in einen Streit geraten. Anfangs sollen die Männer in einem blauen Fiat Panda mit Marburger Kennzeichen gestritten und den Streit dann auf der Straße fortgesetzt haben. Drei Zeugen sahen die Auseinandersetzung, eilten dem 26-Jährigen zu Hilfe und alarmierten die Polizei. Der 23-Jährige flüchtete daraufhin in dem blauen Fiat.

Die Fahndung nach dem Geflüchteten endete einen Tag nach der Messerattacke. In einem Krankenhaus in Soest konnte der Tatverdächtige verhaftet werden. Dort ließ er eine Verletzung behandeln, die er sich womöglich während der Auseinandersetzung zugezogen hatte.

Ohne Behandlung wären Verletzungen tödlich gewesen

Der 26-Jährige wurde durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt und musste sich noch in der Tatnacht einer Notoperation unterziehen. Das Opfer erlitt mehrere Verletzungen im Oberkörper. Noch während es versuchte zu fliehen, soll der 23-Jährige nochmals gezielt auf das Opfer eingestochen haben, mit der Absicht, den 26-Jährigen zu töten.

Ohne ärztliche Behandlung wären die Verletzungen tödlich gewesen, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Zum Tatzeitpunkt soll der Beschuldigte krankheitsbedingt schuldunfähig gewesen sein. Er wurde nach seiner Festnahme in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Nach der Festnahme ging ein Sprecher der Marburger Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Tatverdächtige an einer wahnhaften Störung leidet.

Mordmerkmal Heimtücke: Anklage wegen versuchten Mords

Damals lautete der Tatvorwurf noch versuchter Totschlag. Angeklagt ist der 24-Jährige jetzt allerdings wegen versuchten Mordes. In dem am Dienstag beginnenden Prozess ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Marburg das Mordmerkmal der Heimtücke erkennbar. Angeklagt ist der 24-Jährige außerdem wegen gefährlicher Körperverletzung.

Das Opfer habe zum Zeitpunkt der Tat nicht mit einem Angriff auf sein Leben rechnen und sich somit nicht wehren können. Plötzlich und unvermittelt habe der Angeklagte das Messer gezückt und zwei Mal auf den Oberkörper des Opfers eingestochen, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Da die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der 24-Jährige zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war, wird ein sogenannter Sicherungsprozess geführt.

Der Angeklagte ist nach wie vor in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

von Silke Pfeifer-Sternke 

Der zweite Prozesstag findet am Donnerstag, 12. April, im Saal 101 am Landgericht in Marburg statt. Beginn der Verhandlung ist um 9 Uhr.