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Hinterland Vermisster Hinterländer nach sechs Jahren tot aufgefunden
Landkreis Hinterland Vermisster Hinterländer nach sechs Jahren tot aufgefunden
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06:16 11.06.2012
Bei Aufräumarbeiten in dieser Villa in der Berliner Straße in Leipzig wurden die sterblichen Überreste eines Mannes aus der Gemeinde Bad Endbach gefunden, der seit 2006 als vermisst galt.Foto: André Kempner Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Grausige Entdeckung in einem sechs Jahre alten Vermisstenfall: Bei Aufräumarbeiten in einer leer stehenden Villa in der Berliner Straße im Leipziger Stadtteil Eutritzsch wurde das Skelett eines Mannes gefunden. Der Leichnam lag seit 2006 im Keller des Hauses. Die Todesursache ist noch ungeklärt.

Der Tote sei „anhand von Dokumenten und des Zahnstatus identifiziert“ worden, bestätigte Polizeisprecherin Birgit Höhn auf Anfrage. Demnach handelt es sich um einen seit dem 18. Juni 2006 vermissten Mann aus der Gemeinde Bad Endbach, der zum Zeitpunkt seines Verschwindens 39 Jahre alt war.

Akte zu dem Todesfall ist noch nicht geschlossen

Im Oktober 2006 hatte die Leipziger Kripo eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann, der zuletzt mit seiner Lebensgefährtin im Leipziger Norden gewohnt hatte, gestartet. Doch die Suche blieb erfolglos. Wäre nicht am 30. April in dem seit langem leer stehenden Gebäude in der Berliner Straße aufgeräumt worden - der Vermisstenfall wäre wohl noch über Jahre rätselhaft geblieben.

Auch jetzt, nach der Obduktion, bleiben Fragen offen. „Die Todesursache ist weiterhin ungeklärt“, sagte Birgit Höhn. „Toxikologische Untersuchungen erbrachten negative Ergebnisse.“ Als der Hinterländer verschwand, hieß es, er habe womöglich persönliche Probleme und in diesem Zusammenhang auch Selbstmordabsichten geäußert. „Doch es gibt keine Hinweise auf einen Suizid“, so die Polizeisprecherin. So soll bislang kein Abschiedsbrief aufgetaucht sein. Ebenso wenig hätten sich Anhaltspunkte dafür gefunden, dass der Vermisste in die Drogenszene abgerutscht sein könnte, wie das ebenfalls vermutet worden war. „Es wurde nichts gefunden, was auf einen Betäubungsmittelkonsum hindeutet“, so Höhn. Außerdem war der Mann laut Polizei aus strafrechtlicher Sicht ein völlig unbeschriebenes Blatt. Die sterblichen Überreste des 1,75 Meter großen Brillenträgers wurden vorige Woche in der Heimatgemeinde beigesetzt. Und das fast genau sechs Jahre nach seinem Tod. Denn Rechtsmediziner haben den Todeszeitpunkt auf Juni 2006 datiert - wahrscheinlich starb der Hinterländer noch am Tag seines Verschwindens. Eindeutige Anzeichen dafür, dass er einem Verbrechen zum Opfer fiel, gibt es laut Polizei nicht. Eine Straftat könne dennoch nicht ausgeschlossen werden. Ein Beamter sagte gegenüber der Leipziger Volkszeitung: „Die Akte zu diesem Todesfall ist noch nicht geschlossen.“

von Frank Döring