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Am Zug für günstigeres Schülerticket

Grenzverkehr Am Zug für günstigeres Schülerticket

Während eine kostengünstigere Variante innerhalb der Verkehrsverbünde von Hessen und Nordrhein-Westfalen zum Schuljahr 2018/19 kommen könnte, wartet der Kreistag mit einer Kostenübernahme für 2017 ab.

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Wohin fährt der Zug, oder besser: Welche Tariflösung wird es für die Schüler geben, die aus dem Dautphetaler/Biedenkopfer Raum zu den Schulen in Bad Laasphe fahren und dazu das Hessenticket nur für eine Teilstrecke nutzen können?

Quelle: Hartmut Bünger

Dautphetal. Es geht um rund 1,2 Kilometer, die die Schüler­ aus Hessen über die Grenze des Rhein-Main-Verkehrsverbundes hinaus bis nach Bad Laasphe in Nordrhein-Westfalen zurücklegen müssen. 1,2 Kilometer, die die Eltern teuer bezahlen müssen, weil das mit viel Tam-Tam eingeführte Hessenticket für ihre Kinder nicht bis an den mehrfachen Schulstandort gilt.

Genau das fordert die im Mai gegründete „Elterninitiative­ Hessenticket“, die zur Untermauerung ihres Ansinnens Landrätin Kirsten Fründt (SPD) eine Liste mit 600 Unterschriften übergab. Das Anliegen der Eltern aus dem Hinterland kam über Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt in die Fraktion der Freien Wähler (FW). Über deren Antrag auf Kostenübernahme des Schülertransportes nach Bad Laasphe für dieses Schuljahr debattiert am Freitag der Kreistag, doch die Zeichen stehen auf Aufschub.

Der Antrag müsse abgelehnt werden, meint sogar Werner Hesse. Der SPD-Fraktionsvorsitzende bezeichnet die Schulwahl der Eltern als „persönliche Entscheidung“ deren Unterstützung Forderungen weiterer Eltern im Kreis nach sich ziehen könnte. Deshalb stehe die SPD dem FW-Antrag ablehnend gegenüber. Der Koalitionspartner CDU möchte sich dagegen noch nicht festlegen, weil sie dem Ergebnis der Verhandlungen des Ersten Beigeordneten Marian Zachow (CDU) nicht vorgreifen will, erklärt Fraktionschef Werner Waßmuth.

Tendenz: Kreistag vertagt Kosten-Votum auf Februar

Im Hauptausschuss gab es am Montag keine Empfehlung für den Kreistag. Die Tendenz geht eher dahin, den Antrag auf die Februarsitzung zu verschieben, um einem möglichen Ergebnis nicht vorzugreifen beziehungsweise es gar zu torpedieren. ­Zachow steht als Nahverkehrsdezernent in Verbindung mit den Verkehrsverbünden und die bezeichnet Hesse als die eigentlichen Problemlöser.

Das Thema ist für den RMV nicht neu, bestätigt Pressesprecher Maximilian Meyer. Die Schüler benötigen eine zweite­ Fahrkarte, da Bad Laasphe nicht im RMV-Gebiet liegt, sondern der Tarifhoheit der VGWS unterliegt. Aber man spreche über dieses Problem und sei auf der Suche nach einer Lösung, ob man zum Beispiel ein Übergangstarifgebiet mit bestimmten Fahrkarten hinbekommen könne. Die Gespräche seinen produktiv, „wir sind auf einem guten Weg“ sagt Meier und deutet eine Lösung für das Jahr 2018 an.

Konkreter wird Günter Padt. Auch der Pressesprecher der Verkehrsgemeinschaft Westfalen Süd (VGWS) spricht davon, auf einem guten Weg zu sein. Man befasse sich mit dem RMV intensiv mit dieser Thematik, bei der es auch um Verkehre in Bad Laasphe gehe. Man sei „guter Dinge“ eine Lösung für das Schuljahr 2018 zu finden.

VGWS-Sprecher: Lösung noch vor Anmeldetermin

Allerdings müssen sich die Gremien noch mit den Ideen befassen, was „zeitnah“ geschehen soll, damit Eltern und Schüler noch vor den Anmeldeterminen wüssten, wohin der Zug fährt.

Zumindest eine solche Zukunftslösung wäre im Sinne der „Elterninitiative Hessenticket“. Das betonten ­Peter Busch, Andreas Malecha, ­Anke Stark, ­Michael Schröder und Andreas­ Strauch bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Bürgerhaus Friedensdorf. Seit Anfang März sind sie organisiert, wollen eine finanzielle Unterstützung für die Eltern der rund 500 Schüler, die aus Hessen nach Bad Laasphe pendeln, erreichen. Sie berufen sich auf freie Schulwahl und monieren, dass das Hessenticket, mit dem Schüler für 365 Euro im Jahr, für die Unter- und Mittelstufenschüler zahlt der Kreis die Kosten, durch Hessen fahren können – und bis Niederlaasphe.

Wer jedoch ein Gymnasium oder eine Realschule in Bad Laasphe besucht, braucht eine Clevercard. Was je nach Wohnort die Eltern 453 bis 878 Euro pro Kind und Jahr kostet. Das ist ungerecht, finden die Eltern. Auch wenn sie für viele der jetzigen Schüler nichts mehr erreichen können, dränge die Zeit: Im ersten Quartal 2018 erfolgen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen. Da müssten die Eltern wissen, was finanziell auf sie zukommt.

von Gianfranco Fain

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