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Vergebliches Warten auf Antworten

Betreibsversammlung am UKGM Vergebliches Warten auf Antworten

Hohe Erwartungen hatten der Betriebsrat und ein großer Teil der Belegschaft in die gestrige Betriebsversammlung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH gesetzt. Doch richtige Antworten auf wichtige Fragen gab es nicht.

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Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wird der kalte Stellenabbau aufhören? Werden die Stellen der „Landesrückkehrer“ neu besetzt werden? Wie soll das von der Unternehmensberatung McKinsey geforderte Wachstum am UKGM bei gleichem Personal generiert, wie der weiteren Überlastung der Mitarbeiter vorgebeugt werden? Wird es Personalmindeststandards geben? Fragen über Fragen, auf die es in der gestrigen Betriebsversammlung kaum eine richtige Antwort gab.

Die Neugierde war groß, die Enttäuschung am Ende auch. Viele Fragen hat die UKGM-Geschäftsführung bei der Betriebsversammlung unbeantwortet gelassen. Fotos: Thorsten Richter

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„Es ist nichts geklärt worden. Alle Aussagen von Seiten der Geschäftsführung sind sehr global geblieben“, lautete denn auch das Fazit von Bettina Böttcher, Vorsitzende des UKGM-Betriebsrates Marburg. Es sei viel über Zahlen gesprochen worden, Antworten habe es für die Beschäftigten aber keine gegeben. „Nur zu sagen: Wir brauchen mehr Wachstum und müssen gemeinsam daran arbeiten! reicht nicht“, sagte Böttcher, die sich wie ihre Betriebsratskollegen nicht grundsätzlich gegen Wachstum ausspricht. „Aber Wachstum zu fordern bei gleichem Personalstand, ist auch auf eine gewisse Art und Weise Stellenabbau“, betonte sie.

Vor allem die Ausführungen von Dr. Reinhard Wichels von McKinsey waren von den Mitarbeitern und dem Betriebsrat mit Spannung erwartet worden. Wichels erklärte ausführlich, was die Unternehmensberatung festgestellt habe und erläuterte das sogenannte „Konsensmodell“ (die OP berichtete). Wie dessen genaue Umsetzung aussehen kann, dazu machte Wichels allerdings keine konkreten Angaben. „Wir erwarten anständige Arbeitsbedingungen, denn natürlich müssen die Mitarbeiter bei der Umsetzung eines solchen Konzeptes mit ins Boot genommen werden“, so Böttcher. Doch das funktioniere nicht, indem man ihnen sage, sie sollen ihren Arbeitsplatz in der Öffentlichkeit nicht ständig schlechtreden.

Genau das hatte Martin Menger, Vorsitzender der Geschäftsführung des UKGM, allerdings gefordert. Darüber hinaus erklärte er, dass er die Vorwürfe des „kalten Stellenabbaus“ nicht nachvollziehen könne, schließlich habe das UKGM heute deutlich mehr Beschäftigte als zum Zeitpunkt der Übernahme vom Land Hessen. Die Probleme seien sicherlich sehr vielschichtig und es werde daran gearbeitet. Die Lösungen dafür müssten von allen gemeinsam gefunden und umgesetzt werden.

Konkrete Fragen der Betriebsratsvorsitzenden zu den weiteren Vorgehensweisen der Geschäftsführung wollte Menger vor der versammelten Belegschaft nicht beantworten, die müssten schließlich gemeinsam erarbeitet werden. Und Gespräche dazu würden ja bereits stattfinden.

von Katharina Kaufmann

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