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Reitplatz bleibt weiterhin gesperrt

Nach Erdrutsch Reitplatz bleibt weiterhin gesperrt

Das Loch im Reitplatz „Am Hain“ beschäftigt den Verein der Pferdefreunde Gladenbach und Umgebung nach wie vor. Der Vorstand will auf Nummer sicher gehen.

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Die Vorsitzende Antje Michel diskutiert mit Ulf Burk über die möglichen Ursachen, die für den Erdrutsch auf dem Reitplatz verantwortlich sind. Ein Gutachten könnte Aufschluss über mögliche Stollen geben.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Ein fast 3,50 Meter tiefer Krater verhindert derzeit, dass der Reitplatz auf der Vereinsanlage der Pferdefreunde Gladenbach und Umgebung für den Reitsport genutzt werden kann. Nach Starkregen tat sich am 28. Juli ein tiefes Loch auf. Eine Reiterin schrabbte im Galopp mit ihrem Pferd dicht daran vorbei. Am Montag darauf kamen Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Bergbauamtes, um sich einen Eindruck zu verschaffen ( wir berichteten).

Es ist möglich, dass der Reitplatz auf einem Schiefer-Abbaugebiet errichtet wurde. Also wurde das Loch weiter ausgebaggert – ohne ein für den Reitverein zufriedenstellendes­ Resultat. Das Bergbauamt sprach lediglich die Empfehlung aus, nach Starkregen den Platz zu kontrollieren. Für die Vorsitzende Antje ­Michel und ihre Stellvertreterin Antje Koch ist aber klar, dass unbedingt nach den Ursachen für den Erdrutsch geforscht werden muss. Sicherheit geht vor: für Reiter und Pferd.

Ähnlicher Vorfall vor 20 Jahren

Was allerdings fehlt, sind ­Pläne zu möglichen Stollen, die sich unter dem Gelände befinden könnten. Deshalb war Ulf Burk einen Tag auf Spurensuche im Bergbauarchiv in Bochum. Dort hat er Akten gewälzt, aber bislang keine konkreten Hinweise gefunden. Nun will er die angeforderten 30 bis 40 Kopien in ­aller Ruhe auswerten, und der Vorstand bemüht sich darum, alte Luftbilder zu erhalten, um zu erfahren, wie die Fläche vor dem Reitplatzbau ausgesehen hat.

Bereits vor 20 Jahren gab es einen ähnlichen Vorfall auf dem Reitplatz. Damals ist das Loch mit Schotter zugeschüttet worden. Deshalb wird vermutet, dass die Annahme von unterirdischen Stollen naheliegt. Aufschluss darüber, was sich tatsächlich unter dem Gelände­ ­befindet, könnte laut Burk ­eine geomagnetische Messung ergeben. Die Möglichkeit angefragt wurde bereits bei „Posselt und Zickgraf Prospektionen“, einem Marburger archäologischen Dienstleistungsunternehmen.

Die Kosten schätzt der Reitverein auf 10.000 Euro – zu viel für die Vereinskasse. Deshalb holte sich der Vorstand Stefan Heck (MdB, CDU) ins Boot. Ihm soll der Kostenvoranschlag zukommen, dann will er prüfen, welche Geldtöpfe er anzapfen kann. Für den Reitverein wäre eine Finanzspritze wichtig, um seine Arbeit wie bisher fortführen zu können. Der Verein erteilt auf acht Schulpferden ­Reitunterricht und versorgt 20 Pensionspferde.

Verein bangt um Einnahmequelle

Es würde die Vereinsarbeit massiv beeinflussen, wenn es nicht gelingt, eine solide Grundlage zur weiteren Planung zu erhalten. Im vergangenen Jahr fiel das Reitturnier, das bundesweit Beachtung findet, wegen der Verbreitung des Herpes-Virus aus. Der Verein verschob den Turnier-Termin auf Oktober und musste 300 Nenngeldschecks zurückzahlen. In diesem Jahr stand das Turnier nur wenige Tage bevor, als sich der Boden auf dem Reitplatz auftat.

Wenn im nächsten Jahr wieder kein Turnier stattfinden kann, dann fürchten die Verantwortlichen, dass die Veranstaltung an Bedeutung verliert. Damit bricht dem Verein eine wichtige Einnahmequelle weg. Das Geld wird vom Verein dringend benötigt, weil er sich intensiv in der Jugendarbeit engagiert und mit seinen finanziellen Mitteln alle anfallenden Arbeiten rund um die Anlage stemmt.

Weil finanziell manches schon jetzt nicht mehr möglich ist, ­finanzierte ein Spender erst kürzlich den neuen Farbanstrich an der Fassade der Reithalle mit Stallungen, um das Gebäude für das 50-jährige Bestehen rauszuputzen. Da kommt die Platzschließung gerade zur Unzeit, denn eigentlich will der Verein, sein langjähriges Bestehen gebührend feiern.

von Silke Pfeifer-Sternke

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