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„Ohne Helfer haben wir keine Chance“

„Schau Voraus“ „Ohne Helfer haben wir keine Chance“

Der Vorsitzende von „Schau Voraus“ hat das Programm seines Vereins im Jugendausschuss vorgestellt.

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Der Verein „Schau Voraus“ hat sich zum Ziel gesetzt, Hilfsbedürftigen und deren Angehörigen spürbare Unterstützung im täglichen Leben zu bieten.

Quelle: geralt / Pixabay

Biedenkopf. Seit einem Jahr besteht der Biedenkopfer Verein „Schau Voraus“. Inzwischen gehören ihm 48 passive Mitglieder an, 21 Menschen haben sich bereiterklärt, ehrenamtlich zu helfen. Unlängst stellte Peter Tschigorin dem Jugendausschuss die Arbeit des Vereins vor. Die Idee hinter „Schau Voraus“ ist, hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Das können kleine handwerkliche oder hauswirtschaftliche Hilfen sein. Das kann die Begleitung zum Arzt oder zu ­einer Behörde sein. Auch stundenweise Anwesenheit im Haus, wenn Familienangehörige einmal nicht daheim sein können, gehört dazu.

„Wir sind aber kein Pflegedienst und kein Dienstleistungsunternehmen“, betonte­ Tschigorin, auf dessen Initiative die Gründung des Vereins zurückgeht. Die Hilfe könne also nicht darin bestehen, eine 20 Meter lange Hecke zu schneiden. Ebenso wenig wolle man den Pflegediensten im Wege stehen. „Wir wollen keine Konkurrenz zu den Profis sein, sondern eine Ergänzung“, sagte der Wallauer, der selbst an einen Rollstuhl gebunden ist.

Koordinationskraft arbeitet ab Oktober im Rathaus

Seit dem ersten Gespräch mit Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) im Jahr 2015 und der Vereinsgründung Mitte 2016 ist viel passiert. Seit dem 1. Juli dieses Jahres nun beschäftigt der Verein eine Koordinationskraft, die sich um die Organisation der Arbeit und die Begleitung der ehrenamtlichen Helfer kümmert.

Ein Büro im Biedenkopfer Rathaus soll im Oktober bezogen werden. Ebenfalls im kommenden Monat will der Verein ­einen Wagen in Dienst stellen, der für Transportfahrten zur Verfügung stehen soll.

Für diese sogenannte Verhinderungspflege und Entlastungsleistungen steht seitens der Pflegekassen Geld zur Verfügung. Über den Förderverein kann dieses Geld von Pflegebedürftigen der Stufen 1 bis 5 angefordert und als Aufwandsentschädigung an die ­ehrenamtlichen Helfer weitergegeben werden. Für Rentner und Hartz-IV-Empfänger ist diese Aufwandsentschädigung bis zu 200 Euro ­monatlich steuerfrei.

Noch sucht der Verein Ehrenamtliche. „Ohne Helfer haben wir keine Chance“, sagte Tschigorin den Mitgliedern des Ausschusses. Wer sich für die Arbeit interessiert, kann sich unter der Telefonnummer 06461/89905 bei ihm melden. Eine erste Schulung beginnt diesen Donnerstag. Von 18 bis 21 Uhr erfahren die Teilnehmer in dem Lehrgang mehr über Erste Hilfe. Nach und nach sollen weitere Module die Schulung fortsetzen. Themen werden beispielsweise unterschiedliche Krankheitsbilder, der Umgang mit Hilfsmitteln, Gesprächsführung und die Wirkung von Medikamenten sein. Das sei die Grundlage für die Hilfe im Verein, sagte Tschigorin, und trage­ ganz nebenbei zur eigenen ­Horizonterweiterung bei.

von Hartmut Bünger

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