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Verein feiert seinen Naturpark

Lahn-Dill-Bergland Verein feiert seinen Naturpark

Er bereichert seit zehn Jahren das Wanderwegenetz der Republik, ­bewahrt regionale Besonderheiten und fördert das Verständnis für die Natur – der Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Das wird am 
30. September gefeiert.

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Mit einem Bildungsprojekt will der Naturpark Lahn-Dill-Bergland seinen Beliebtheitsgrad weiter steigern. Daran arbeiten (von links) Tourismusmanagerin Friderike Hegener, Hermann Steubing und Ralph Venohr (beide Region Lahn-Dill-Bergland), Regionalmanagerin Marion Klein, Ludwig Wagner (Region Lahn-Dill-Bergland) und Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer.

Quelle: Martin Lugauer

Bad Endbach. Seit zehn Jahren setzt sich der Verein „Region Lahn-Dill-Bergland“ als Träger für seinen Naturpark ein. Die Verantwortlichen sind bestrebt, dass der von 180.000 Menschen bewohnte Lebensraum zwischen Lahn und Dill, zwischen Biedenkopf und Ehringshausen, Haiger und Gladenbach, vielfältig und dabei umwelt- und sozialverträglich genutzt wird.

Zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Naturparks finden sich am 30. September im „Haus des Gastes“ in Gladenbach geladene Gäste ein, um das Miteinander von 18 Kommunen aus den Kreisen Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf zu feiern. Bei der Veranstaltung am Vorabend des „Tags der Regionen“ in Gladenbach mit dabei sind Vertreter der Verwaltungen, der Gastronomie und des Hotelgewerbes sowie weitere Partner. Das Programm gestalten unter anderem Musikerin Jördis­ Tielsch und Schlagersänger ­Michael Heck. Vor allem geht es um die durch den Naturpark gesteuerte regionale Entwicklung sowie um die Geschichte und die ­Zukunft der Region.

Im Vorfeld gaben am Dienstag der Regionalmanager i. R. des Naturparks, Ernst-Ludwig Wagner, der Vorsitzende der Region Lahn-Dill-Bergland, Ralph Venohr, Kassierer Hermann Steubing sowie Regionalmanagerin Marion Klein und Tourismusmanagerin Friderike Hegener umfangreiche Informationen zur Entwicklung des „Geburtstagskinds“. In der Geschäftsstelle in Bad Endbach dabei war auch Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer als Gastgeber des „Tags der Regionen“.

Um Namen wurde gestritten

Der Gründung des Vereins „Region Lahn-Dill-Bergland“ im Jahr 1996 ging ein schwieriger Prozess voraus. Ein Beispiel war die Namensfindung. In dem anfangs favorisierten Begriff „Gladenbacher Bergland“ fanden sich viele Kommunen nicht wieder. Ein Mitarbeiter des Regierungspräsidiums traf dann mit dem Namensvorschlag „Lahn-Dill-Bergland“, der das Karree zwischen Lahn und Dill geografisch gut beschreibt, auf das Einverständnis aller zunächst 19 Beteiligten. Später verließ die Gemeinde Lohra den Verein und ordnete sich dem Verbund „Marburger Land“ zu.

Ein Ziel des Vereins war die Entwicklung eines Naturparks. Auch hier bedurfte es Überzeugungsarbeit auf vielen Ebenen. Etliche Kommunen befürchteten beispielsweise, die Etablierung eines Naturparks könnte ihre Entwicklung als Wirtschaftsstandort behindern. Auch das Land Hessen, so erinnert sich Ernst-Ludwig Wagner, tat sich zunächst schwer damit, das Projekt zu fördern.

Die Beteiligten blieben hartnäckig und erreichten damit ­eine ganze Menge. Vor zehn Jahren wurde am Aartalsee nicht nur die Urkunde für den neuen Naturpark ausgehändigt. Der Verein erreichte auch die Anerkennung als „Leader-Region“ – und damit auch die Förderung durch EU-Mittel. Das Land Hessen spielt ebenfalls mit. Als halbe Stelle bezahlt es eine Kraft, die den Naturpark betreut. Es entstanden 350 Kilometer zertifizierte Wanderwege, auf die 40 ehrenamtliche Paten ein ­Auge haben.

Spezielle Routen für E-Biker geplant

Längst erfreuen sich die Wanderer an einem Wegenetz, das vorbildlich die Lücke schließt zwischen Rheinsteig und Elisabethpfad. Ähnliches gelang den Verantwortlichen beim Radwegenetz. Auch für die kommenden Jahre hat der Verein viel vor, um den Naturpark auf Augenhöhe zu bringen mit so etablierten Einrichtungen wie Vogelsberg und Bayerischer Wald. Dazu gehört es 2018, sich erneut der Qualifizierungsoffensive zu stellen, um die Auszeichnung als qualifizierter Naturpark zu erneuern.

Für die wachsende Zahl der ­E-Biker werden spezielle Routen geplant. Das erfordert viele Absprachen unter anderem mit Landbesitzern, Jägern, Bauern und Naturschützern. Großen Stellenwert wird die Umweltbildung einnehmen.

Der Naturpark, zu dessen jährlichem Etat die Kommunen 140.000 Euro und das Land 60.000 Euro beisteuern, strebt die Partnerschaft mit Schulen an. „Dem mangelnden Wissen über Zusammenhänge in der Natur“, sagt Regionalmanagerin Klein, „wollen wir frühzeitig ­begegnen.“

von Martin Lugauer

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