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Hinterland Verdi ficht Betriebsratswahl an
Landkreis Hinterland Verdi ficht Betriebsratswahl an
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18:51 03.05.2017
Ob es bei den Wahlen zum Betriebsrat des UKGM zu Unregemäßigkeiten kam, soll vor Gericht geklärt werden. Quelle: Peter Endig / dpa
Marburg

Wie die OP nun erfuhr, hat die Gewerkschaft Verdi, deren Liste bei der Wahl erhebliche Verluste erlitten hatte, zwei Tage nach der konstituierenden Sitzung beim Arbeitsgericht Gießen ­Widerspruch gegen die Wahl eingereicht – es sei zu „Unregelmäßigkeiten im Wahlablauf“ gekommen, heißt es auch in einem Schreiben, mit dem der neue Betriebsrat die Belegschaft am Klinikum informiert.

Der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Demper zeigte sich im OP-Gespräch „von dem Vorgehen enttäuscht, denn wir sind davon ausgegangen, dass wir im Gremium nun wieder zu einer konstruktiven und sachlichen Betriebsratsarbeit zurückkehren können“. Durch die Anfechtung, die am 9. Juni ab 13 Uhr vor dem Arbeitsgericht in einem Gütetermin verhandelt werde, habe dieses Ansinnen „nun wieder einen Beigeschmack“ bekommen.

Demper: Nach bestem Wissen und Gewissen ausgezählt

Dabei habe er sich gewünscht, dass nun wieder die Sachthemen im Vordergrund stünden. „Das lässt Verdi aber im Moment noch nicht zu – das enttäuscht uns.“ Sollte die Anfechtung erfolgreich sein, werde der gesamte Wahlkampf wieder von vorne beginnen, „das ist weder für den Betrieb noch für die Beschäftigten von Vorteil“.

Der Betriebsratsvorsitzende war auch gleichzeitig Vorsitzender des Wahlvorstands – er bezweifelt, dass es „echte Gründe für eine Anfechtung“ gebe. „Man kann natürlich bei jeder Wahl etwas finden. Aber der Wahlvorstand bestand zu Beginn zu gut der Hälfte aus Verdi-Mitgliedern“, erläutert Demper, der erst kurz vor der Wahl aus der Gewerkschaft ausgetreten war.

„Unter anderem war Björn Borgmann im Wahlvorstand – also ein hochrangiger Verdi-Funktionär. Die Gewerkschaft wirft also ihren eigenen Wahlvorständen vor, sie hätten die Wahl nicht ordentlich durchgeführt“, sagt Demper. Man habe die Wahl „nach bestem Wissen und Gewissen“ vorgenommen und distanziere sich von Vorwürfen der Unregelmäßigkeit. Verdi wollte sich auf Anfrage der OP nicht äußern.

von Andreas Schmidt

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