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Hinterland Verbundschule soll Chance bieten
Landkreis Hinterland Verbundschule soll Chance bieten
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18:25 27.02.2013
Lehrerin Monique Gonder unterrichtet Sechstklässler in Neustadt. Damit im Hinterland das wohnortnahe Schulangebot in Steffenberg, Breidenbach und Biedenkopf erhalten bleibt, nimmt im Schuljahr 2014/2015 eine Verbundschule ihre Arbeit auf. Quelle: Tobias Hirsch
Biedenkopf

Die Mittelpunktschulen in Breidenbach, Steffenberg und die Stadtschule in Biedenkopf sollen einen Verbund eingehen, um den Erhalt der drei Schulstandorte zu sichern. Hintergrund sind die prognostizierten sinkenden Schülerzahlen und das Ziel, in der Region ein wohnortnahes Bildungsangebot zu erhalten.

Das Kultusministerium hat Anfang 2012 Gespräche mit dem Schulamt geführt, und seinen Standpunkt verdeutlicht, dass es unrealistisch ist, alle Standort zu erhalten. „Auf gut Deutsch heißt es: Welche Schule wollen wir schließen?“, sagte Dr. Karsten McGovern, Erster Kreisbeigeordneter. Es seien deshalb viele Varianten diskutiert worden und der Weg, einen Verbund einzugehen, sei als Chance erachtet worden, die drei Standorte zu sichern. Auch künftig bleibt ein Haupt-, ein Realschul- sowie ein Förderstufenangebot erhalten. „Wer an diese Schulen geht, kann beruflich alles werden“, sagt McGovern. Der Kreistag hat den Schulentwicklungsplan, der die Verbundlösung ab 2014 beinhaltet, bereits beschlossen (die OP berichtete).

McGovern stellte klar, dass es keine Alternative gibt und er sei sicher, dass die Lösung den Beteiligten einiges abverlange. Dennoch sei der Schulverbund von den Schulen in Breidenbach, Steffenberg und Biedenkopf konstruktiv aufgenommen worden. Man arbeite daran, ein gutes Schulangebot zu entwerfen.

Burkhard Schuldt, Schulamtsdirektor, sagte, man sei bestrebt, das qualitativ gute Angebot zu verbessern. Er verdeutlichte, dass die Verbundlösung kein reines Sparmodell ist. Auch der Landkreis als Schulträger spart durch den Verbund kein Geld, sagte McGovern.

Schuldt ergänzte, dass mit einer Personalverknappung nicht zu rechnen ist. Lediglich die Zahl der Funktionsstellen (Schulleitung) werde reduziert. Das Schulamt strebe auch keinen „Lehrkörpertourismus“ an, dennoch werde es „Personallenkungsmaßnahmen“ geben. Bei Bedarf müssen sich die Lehrer der Verbundschulen gegenseitig aushelfen. Projektkoordinator Eberhardt Blöchle berichtete über die intensive Arbeit, die in der konzeptionellen Phase zu bewältigen ist. Geplant sei zum Beispiel das Ganztagsangebot der drei Schulstandorte anzugleichen. Gute Angebote sollten möglichst an allen Schulen genutzt werden können.

Steffenbergs Bürgermeister Peter Pfingst sieht dennoch keinen Sinn in der Verbundlösung. Es sei eine Vorgabe aus Wiesbaden, und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf falle der „Schwarze Peter“ zu.

von Silke Pfeifer-Sternke

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