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Unterwegs im Auftrag der Natur

Ausbildung Unterwegs im Auftrag der Natur

Die Vielseitigkeit, den Teamgeist und den Aufenthalt in der Natur mögen Kai-Uwe Brings und Felix Hahmann an ihrem Ausbildungsberuf: Sie lernen Forstwirt.

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Forstwirtschaftsmeister Harald Richter (von links) schaut den Forstwirt-Auszubildenden Kai-Uwe Brings und Felix Hahmann beim Freischneiden von Weihnachtsbäumen in Bauerbach über die Schulter.

Quelle: Katharina Kaufmann

Kirchhain. Es ist laut an diesem Vormittag in der Weihnachtsbaumschonung Bauerbach. Immer wieder greifen die Maschinen von Kai-Uwe Brings und Felix Hahmann in das fast kniehohe Gras. Kleine Weihnachtsbäume freischneiden, heißt die Tagesaufgabe der beiden Auszubildenden, die dafür neben der Arbeitskleidung auch Helm, Gehörschutz und Brille tragen müssen - so wie fast jeden Tag.

„Arbeitssicherheit wird bei uns ganz groß geschrieben“, betont Harald Richter, Forstwirtschaftsmeister beim Forstamt Kirchhain, der die beiden Auszubildenden anleitet. Schließlich sei der Beruf des Forstwirtes kein ungefährlicher Beruf. „Wir arbeiten fast täglich mit schweren Maschinen, ob wie heute beim Mähen oder vor Kurzem bei der Holzernte.“

Rund 17000 Hektar Wald betreut das Forstamt Kirchhain zwischen Marburg, Weimar, dem Ebsdorfer Grund, Kirchhain, Stadtallendorf und Neustadt. 19 Forstwirte, drei Forstwirtschaftsmeister und die beiden Auszubildenden kümmern sich auf dieser Fläche um die Holzernte, den Naturschutz und die Landschaftspflege, die Pflanzung von neuen Bäumen sowie die Jungbestandspflege.

„Ich mag vor allem die Vielseitigkeit, die mir der Beruf bietet“, erklärt Felix Hahmann aus Haddamshausen. Sein Hobby ist zudem das Jagen. „Ich kann jetzt Hobby und Beruf verbinden. Das ist toll“, ergänzt er. Bei Kai-Uwe Brings, er kommt aus Steffenberg-Oberhörlen, sieht es ähnlich aus: „Ich war schon immer gerne in der Natur, und dort kann ich jetzt jeden Tag sein“, sagt er und lacht. Auch die Teamarbeit macht beiden viel Spaß. „Wer nicht im Team arbeiten kann oder will, der ist bei uns auch falsch“, erläutert Richter. Denn die Arbeit im Wald erfordere nicht nur körperliche Fitness sondern auch das Zusammenarbeiten in Gruppen.

Daneben sind vor allem Sicherheit im Umgang mit Maschinen und umfangreiche Kenntnisse der Tier- und Pflanzenwelt entscheidend für den Beruf. „Der Umweltschutz hat für uns immer Vorrang“, betont Andreas Sommer, stellvertretender Forstamtsleiter in Kirchhain. Sowohl im Wald, im Feld als auch in Naturschutzgebieten, die von Forstwirten mitbetreut und gepflegt werden.

Hessen Forst stellt jährlich zum 1. August zwischen 20 und 25 Auszubildende zu Forstwirten ein. „Wir bilden aber ganz klar über unseren eigenen Bedarf aus“, gibt Sommer zu. Nur ein Bruchteil dieser Lehrlinge werde anschließend übernommen. Nichtsdestotrotz seien Fachkräfte in diesem Beruf nach wie vor gefragt, vor allem in der freien Wirtschaft.

Um einen Einblick in die vielseitigen Arbeiten eines Forstwirtes zu bekommen, rät Forstwirtschaftsmeister Richter zu einem Praktikum vorab. „Denn manche Jugendliche haben völlig falsche Vorstellungen, was den Beruf angeht“, erklärt er.

Neben Praktika bietet das Forstamt Kirchhain seit diesem Jahr auch die Möglichkeit für ein freiwilliges ökologisches Jahr an. „Damit lässt sich die ganze Bandbreite der Forstberufe kennenlernen. Einzige Voraussetzung zur Teilnahme ist ein Führerschein“, berichtet Sommer. Wer Interesse habe, könne sich auch kurzfristig noch bewerben. Start sei der 1. August.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg stellt die Oberhessische Presse in loser Reihenfolge verschiedene Ausbildungsberufe vor, die bei jungen Leuten wenig bekannt sind, für die von heimischen Betrieben aber händeringend Bewerber für Lehrstellen gesucht werden. Weitere Informationen zu noch freien Ausbildungsplätzen gibt es beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Marburg unter Telefon 06421/605-144 oder per E-Mail an marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

von Katharina Kaufmann

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