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Hinterland Unterkünfte entstehen auf Acker bei der Hinterlandhalle
Landkreis Hinterland Unterkünfte entstehen auf Acker bei der Hinterlandhalle
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21:49 05.11.2015
Zwei Leichtbauhallen sollen auf einem Acker bei der Hinterlandhalle entstehen und bis zu 300 Menschen eine vorläufige Bleibe geben. Die Notunterkünfte sollen noch diesen Monat bezugsfertig sein. Quelle: Nadine Weigel
Friedensdorf

Eine gute Nachricht für sportbegeisterte Bürger brachte Landrätin Kirsten Fründt am Donnerstag ins Hinterland an den Standort der geplanten Flüchtlingsunterkunft mit.

Neben der eingehaltenen Zusage, dass die Hinterlandhalle so lange wie möglich nicht zur Unterbringung von hilfesuchenden Menschen genutzt wird, erklärte sie, dass die Leichtbauhallen nun nicht auf dem Parkplatz der Veranstaltungs- und Sporthalle errichtet werden, sondern auf einer daneben liegenden Fläche, die zwar landwirtschaftlich genutzt wird, 
aber dem Landkreis gehört.

Notunterkünfte erhalten eigene sanitäre Anlagen

Zudem werden die Bewohner der beiden Notunterkünfte eigene sanitäre Anlagen zur Verfügung haben, sodass es auch in dieser Hinsicht keine Beeinträchtigung für die alltägliche Nutzung durch Schulsport, Trainingsbetrieb oder andere Veranstaltungen in der Hinterlandhalle kommen wird.

Bürgermeister Bernd Schmidt nahm diese Aussagen erfreut entgegen, denn genau auf diese Punkte würden die Mitarbeiter der Verwaltung tagtäglich angesprochen, seitdem bekannt sei, dass an der Hinterlandhalle Flüchtlingen eine Unterkunft geboten werden soll.

Bürgerinformation am Montag in Friedensdorf

Eine Einschränkung machte die Landrätin dann doch. Sollten die angekündigten 1000 Flüchtlinge in den Landkreis kommen, bevor die neuen Unterkünfte in etwa 15 Tagen stehen, müssten die hilfesuchenden Menschen kurzfristig doch in Turnhallen oder Bürgerhäusern untergebracht werden. Denn die Frage sei mittlerweile nicht ob, sondern nur noch wann die Flüchtlinge kommen. Schließlich würden dem Land Hessen täglich 1000 neue Flüchtlinge zugewiesen.

Einen zusätzlichen Nutzen könnte die Gemeinde aus der Herrichtung des Grundstücks ziehen: Wenn die Notunterkünfte nicht mehr benötigt werden, könnten auf der dann hergerichteten Fläche die lang ersehnten zusätzlichen Parkplätze entstehen.

Bürger werden am Montag informiert

Weitere Informationen zur Unterbringung der vor Krieg und Verfolgung flüchtenden Menschen wird die Landrätin bei einer Informationsveranstaltung am Montag, 9. November, ab 18 Uhr im Bürgerhaus Friedensdorf geben. Dort können hilfsbereite Dautphetaler von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung auch erfahren, was benötigt wird und wie sie ihre Hilfe koordinieren können.

Ein weiterer Informationstermin zum Thema Flüchtlingsunterbringung findet am Dienstag, 10. November, ab 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus des Ortsteils Elmshausen statt. Dort geht es um bis zu 24 Flüchtlinge, die ab Dezember oder Januar im ehemaligen Landgasthof Freund wohnen sollen.

von Gianfranco Fain

Fakten

Auf der kreiseigenen landwirtschaftlich genutzten Fläche neben der Hinterlandhalle entstehen auf rund 2800 Quadratmetern in den nächsten 15 Tagen zwei Leichtbauhallen von 60 mal 20 und 25 mal 10 Meter. Sie bieten bis zu 300 Menschen Platz, die darin voraussichtlich auch Sanitäranlagen zur Verfügung haben werden.

Sollte dies aus Platzgründen nicht möglich sein, werden die Sanitäranlagen direkt an den Hallen angebaut. Die Unterkünfte sind in Kabinen für bis zu acht Menschen unterteilt. In den Hallen gibt es auch Bereiche für Verpflegung und Aufenthalt.

Wer der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft sein wird, steht noch nicht fest. Das entscheidet das Land beziehungsweise das Regierungspräsidium in Gießen.

Landrätin Kirsten Fründt informierte am Donnerstag Vertreter der Gemeinde Dautphetal über die Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingen. Foto: Nadine Weigel