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Unentschlossene hören Argumente

Windkraft Herzhausen Unentschlossene hören Argumente

Im vollen Saal des Herzhäuser Dorfgemeinschaftshauses brachten die Gegner einer Windkraftnutzung auf den Anhöhen des Ortes ihre Argumente vor - als Vorbereitung für die Bürgerversammlung.

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Voll war der Saal des Herzhäuser Dorfgemeinschaftshauses, wo Dennis Bastian gestern Abend die Versammlung in die Materie der Windkraftnutzung einführte.Fotos: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Herzhausen. Die Interessengemeinschaft (IG) Franzosendrusch rief, und die Bürger kamen: Aus Herzhausen, Holzhausen, Diedenshausen, Sinkershausen und Bottenhorn wurden gestern Abend Interessenten gesichtet. Ein Mann aus Allnatal wollte sich „persönlich informieren“, einer der ältesten Herzhäuser, Willi Herzog, ebenso. Ihn interessierte, was für Argumente vorgebracht werden.

So füllten sie mit rund 150 Zuhörern den Saal, der für 120 Gäste bestuhlt worden war. Über die Besucherzahl äußerte sich Florian Koch vom Organisationsteam denn auch sehr zufrieden. „Viele Unentschlossene“ will er unter den Anwesenden ausgemacht haben. Das sei gut, denn die gelte es an diesem Abend zu überzeugen, so Koch.

Überzeugen von den Positionen der IG, damit die Herzhäuser bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Dautphetal am Mittwoch am selben Ort wüssten, worüber gesprochen wird.

Worum es geht, reißt Siegfried Ortmüller bei der Begrüßung der Gäste an: Die Natur und damit die Wohnqualität erhalten sowie den Wert von Anwesen und Häusern schützen. Besonders mit der Wohnqualität spricht er die Gefühle der Zuhörer an. Zum Beispiel sagte eine Frau zuvor der OP: „Herzhausen hat nur eine intakte Natur zu bieten.“ Windkraftnutzung müsse zwar sein, aber dafür einen Wald zu zerstören, sei nicht richtig. Das Landschaftsbild werde zerstört, was nicht rückgängig zu machen sei, erklärte zum Beispiel das vortragende IG-Mitglied Toni Koch. Auslöser des Unmuts, der nach Angaben von IG-Vertretern den 600-Seelen-Ort in drei Fraktionen - von Pro über Unentschlossene bis Kontra - zu spalten droht, sind die Absichten der Gemeinde Dautphetal. Sie hat für den neuen Teilplan Energie im Regionalplan, dessen Entwurf in der vergangenen Woche vom Regierungspräsidium Gießen vorgestellt wurde, vier Flächen zur Windkraftnutzung angemeldet. Das RP sieht jedoch für zwei - bei Buchenau und Damshausen - aus diversen Schutzgründen keine bis sehr schwierige Umsetzungschancen. So verbleiben die Flächen bei Herzhausen auf dem Dusen-, dem Kalten- und dem Streichenberg, die allesamt in Privatbesitz sind, sowie eine gemeindliche Fläche auf dem Weißenberg nahe Silberg und Dautphe. Während die Bürgerinitiative Holzhausen seit dem vergangenen Jahr gegen die Windpark-Pläne der Gemeinde Bad Endbach auf dem Hilsberg kämpft - die Holzhäuser sehen sich von einer Einkreisung durch Windkraftanlagen bedroht -, formiert sich nun auch in Herzhausen der Widerstand, dort aber gegen die eigene Gemeindeleitung. So wurde auch negativ bemerkt, dass am gestrigen Abend kein Gemeindevertreter anwesend war, abgesehen von Ortsvorsteher Klaus Ronzheimer, der für die Freien Wähler im Gemeindeparlament ist. Für die Verwaltung verfolgte lediglich Hermann Henkel, Leiter des Fachbereichs II - Bauen und Finanzen - die Versammlung.

nMorgen lesen Sie, welche Standpunkte die IG-Mitglieder gegen Windkraft in Wäldern vortrugen und was Florian Koch zum Teilplan Energie sagte. Ferner waren drei Referenten zu den Themen Schall, Infraschall und Naturschutz zu hören.

von Gianfranco Fain

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