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Hinterland Umsatzsteigerung, aber kaum Rendite
Landkreis Hinterland Umsatzsteigerung, aber kaum Rendite
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15:31 25.05.2017
Obermeister Ralf Funke (rechts) übergab die Meister-Jubiläumsurkunden an: Johannes Hermann Merte (von links), Engelbert Schwitalla, Dirk Futschik und Karsten Lehmann. Quelle: Freya Altmüller
Marburg

„Erstmals erzielte das hessische Kfz-Gewerbe im Jahr 2016 ein Umsatzvolumen von mehr als 20 Milliarden Euro“, sagte Ralf Funke, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes bei der Jahreshauptversammlung der Innung. Damit habe es den Vorjahreswert von 18,7 Milliarden Euro deutlich übertroffen.

Die vorläufige Rendite sei mit 1,6 Prozent aber nicht auskömmlich gewesen. „Wir benötigen mindestens drei Prozent, um notwendige Investitionen tätigen und Mitarbeiter vernünftig aus- und weiterbilden sowie auch angemessen bezahlen zu können“, so Funke. Grund dafür seien unter anderem Auflagen der Hersteller, die alle paar Jahre eine Veränderung des Erscheinungsbildes der Autohäuser forderten sowie gesetzliche Vorgaben und das Aufkommen digitaler Verkaufskonzepte.

Diskussion um Dieselverbot verunsichert

Die Werkstätten hätten im vergangenen Jahr rund elf Prozent mehr Aufträge abgewickelt, die Auslastung habe daher bei 85 Prozent gelegen. In seinem Ausblick auf das aktuelle Jahr sagte der Obermeister: „Bei den Privatzulassungen könnte sich die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher negativ auswirken.“ Grund dafür sei die Diskussion um drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge und blaue Plaketten, mit denen möglicherweise nur noch eine Einfahrt in die Stadt erlaubt sein könnte. Unzureichend sei noch immer der Bestand an Pkw mit alternativen Antrieben.

Zu Beginn des Jahres seien rund 3000 Elektro- und 18.000 Hybrid-Pkw auf Hessens Straßen unterwegs gewesen. Dennoch sei die Zahl der Neuzulassungen stark angestiegen. Im Bereich der Elektroautos habe sie sich verdreifacht, bei den Hybrid-Pkw um ein Drittel erhöht. Die Zahl der Zulassungen von mit Gas betriebenen Fahrzeugen sei hingegen um fast 40 Prozent gesunken. „Diese Tendenz dürfte weiter fallend sein, denn die Steuerbegünstigungen für Autogas werden von der Bundesregierung zurückgefahren“, so Funke.

Größte­ Innung der Kreishandwer­kerschaft

Funke teilte den Mitgliedern mit, dass der Verwendungszweck für rote Kennzeichen ausgeweitet worden sei. Zu „Überführungs-, Probe- und Prüfungsfahrten“ dürfe es der Händler laut Fahrzeugzulassungsverordnung nutzen, dazu gehörten aber auch Fahrten zum Tanken, zur Waschanlage­ oder zur Reparatur und Wartung.

Die EU-Kommission plane ­eine Richtlinie, die es verbieten würde, die Sachmängelhaftfrist für gebrauchte Waren über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf ein Jahr zu verkürzen. Stattdessen solle die Frist zwei Jahre dauern. „Zugleich will der Gesetzgeber die Beweislastumkehr auf 24 Monate erweitern“, so Funke.

Geschäftsführer Meinhard Moog erklärte, das Kraftfahrzeuggewerbe stelle mit derzeit 81 Mitgliedern die größte­ Innung der Kreishandwer­kerschaft. Zum Thema Ausbildung sagte er, 145 Kfz-Mechatroniker hätten zum Ende des vergangenen Jahres in der Region die Schule besucht. Im Vorjahr waren es 137. Im Bereich der Ausbildung der Automobilkaufleute sei die Zahl hingegen mit 32 Teilnehmern stabil.

von Freya Altmüller

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