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Erlenring-Markt kommt auf Prüfstand

Drogeriekette Erlenring-Markt kommt auf Prüfstand

Deutschlands größte Drogeriemarkt-Kette dm verzeichnete vergangenes Jahr ein Umsatzplus um 5,7 Prozent. Bei den Filialen im Landkreis lag das Wachstum knapp unter diesem Wert.

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Der dm-Markt im Lahn-Center am Erlenring wird nach der Eröffnung des neuen Markts in der Universitätsstraße im Jahr 2019 auf den Prüfstand kommen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Kette ist seit Jahren auf Wachstumskurs und legte auch im vergangenen ­Geschäftsjahr zu: Konzernweit wuchs der Umsatz um 5,7 Prozent auf 10,26 Milliarden Euro, in Deutschland um 4,8 Prozent auf 7,86 Milliarden Euro. Für dm arbeiten in zwölf europäischen Ländern 59.046 Beschäftigte, in Deutschland 39.906. Die Umsatzrendite liegt demnach seit Jahren zwischen ein und zwei Prozent. Angaben zum Gewinn macht das Unternehmen traditionell nicht.

Das Unternehmen investierte im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland 175 Millionen Euro in Digitalisierung, in 67 neue Märkte und die Renovierung alter Filialen. Die Zentrale in Karlsruhe bekam einen Neubau, und in Wustermark westlich von Berlin ist ein neues Verteilzentrum geplant. „Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unsere Investitionen voraussichtlich verdoppeln“, sagte dm-Chef Erich Harsch.

Großes Projekt bei den Drogeriemärkten ist die Digitalisierung. So sollen bis Ende des Jahres alle im Verkauf und in der Beratung Beschäftigten in Deutschland ein Smartphone bekommen. „Ich komme gerade aus der Filiale im Lahn-Center und habe den Mitarbeitern ihre Smartphones gebracht“, sagte Paul Adolf, Gebietsverantwortlicher für die Region, zum Auftakt des Bilanzgesprächs in der OP-Redaktion.

Filiale im Hinterland ist weiter nicht in Sicht

Mit den Smartphones sollen die Mitarbeiter demnach Kunden direkt rund um Sortiment, Inhaltsstoffe oder zum Service beantworten können. Doch es gebe noch weitere Vorteile: „Wir haben zum Beispiel eine Art internes dm-Facebook. Dort können Mitarbeiter Trends posten, die sie aufgespürt haben, – und das Unternehmen kann entsprechend reagieren“, sagte Adolf.

Die fünf Filialen in der Region – drei in Marburg, eine in Stadtallendorf und eine in Kirchhain – hätten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 18,5 Millionen Euro erwirtschaftet, was einem Plus von knapp fünf Prozent entspräche. 1,4 Millionen Kundenkontakte habe es gegeben. Das Unternehmen beschäftige in der Region 80 Mitarbeiter – 6 mehr als im Vorjahr. In den Märkten im Landkreis bildet das Unternehmen auch acht Azubis aus.

Vakant ist weiterhin das Hinterland. „Gladenbach ist ein Standort, der hochinteressant wäre. Aber dort hat sich leider – wie in Biedenkopf – noch nichts ergeben“, sagt Adolf. Seit zehn Jahren suche man bereits, doch fündig sei man noch nicht geworden. Denn wichtig sei nicht der alleinige Markt – auch das Umfeld müsse vorhanden sein, um für die Kunden interessant zu sein. „Idealerweise gibt es einen Standort mit einem Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka und einem Discounter wie Aldi oder bei Bekleidung Takko oder Ähnliches“, sagt Adolf.

In Stadtallendorf sei eine Erweiterung um knapp 250 Quadratmeter geplant, „da sind wir schon recht weit im Genehmigungsverfahren“, sagt Adolf. Die Erweiterung werde wohl kommendes Jahr geschehen.

„Kombination mit Tegut funktioniert sehr gut“

Anfang 2019 wird dann der neue Markt im ehemaligen Allianzhaus, der „2M Marburg Mall“ eröffnen. Die Verkaufsfläche werde rund 600 Quadratmeter betragen. In der Folge komme der Standort im Lahn-Center am Erlenring auf den Prüfstand – auch vor dem Hintergrund, dass Aldi, die ebenfalls im Allianzhaus eröffnen, plane, den Erlenring eventuell aufzugeben. „Ich denke, dass wir beide Standorte weiter betreiben können. Vielleicht müssen wir das Sortiment straffen und zielgenauer ausrichten, denn am Erlenring sind wir stark von Studenten frequentiert“, sagt Adolf.

Die beiden Märkte in der Neuen Kasseler Straße und in Cappel entwickelten sich sehr gut, „vor allem die Kombination mit Tegut funktioniert sehr gut“, sagt Adolf. Tegut biete zahlreiche Bio-Lebensmittel, „dadurch wird das Bio-Sortiment auch bei uns stark nachgefragt“.

Insgesamt setzt der Konzern auf Wachstum auch im Ausland. Im Visier hat dm neben dem ­Onlinehandel im Ausland auch den italienischen Markt. Ein Teil des Sortiments wird online auch in China angeboten, darunter Gesichtspflege und Babynahrung.

Nach wie vor werden mehr als die Hälfte aller Drogeriewaren bei Discountern und Lebensmittel-Einzelhändlern gekauft. Doch die Drogeriemärkte­ holen­ langsam auf. Ihr Anteil am ­Gesamtumsatz an Drogeriewaren in Höhe von 23,45 Milliarden Euro stieg zuletzt leicht auf 47 Prozent.

von Andreas Schmidt
 und unserer Agentur

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