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Umgestaltungspläne liegen auf Eis

Ungestaltung des Busbahnhofs Umgestaltungspläne liegen auf Eis

Seit er sich im Frühjahr 2011 konstituiert hat, macht sich Gladenbachs Ortsbeirat für die Sanierung des Busbahnhofs stark. Doch alle Pläne und Vorschläge fanden bisher kein Gehör.

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Im Haushalt ist kein Geld für die Sanierung des Busbahnhofgebäudes vorgesehen. Das Projekt soll im Zuge der Neugestaltung der „Innenstadtinsel“ in Angriff genommen werden. So wie ihre Ortsbeiratskollegen, behalten Hans-Bernhard Schwarz (kleines Bild, link

Gladenbach. Als im Zuge der Stadterneuerung die zentrale Busstation mit Wartehalle, Kiosk, Toiletten und Telefon geplant wurde, bezeichneten die Verantwortlichen die Wartehalle als „Blickfang für Gladenbachs Mitte“.

Diese Funktion erfüllt sie heute noch, zumindest, wenn man bei der Autofahrt an ihr vorbeihuscht. Wer sich dort aufhält, um auf den Bus zu warten, Kunde am Kiosk ist oder die im Gebäude befindliche Toilette aufsucht, dem fallen die Gebrauchsspuren der vergangenen 25 Jahre deutlich ins Auge. Die Busstation ist kein Platz mehr, an dem man sich gerne aufhält.

Bei vielen Jugendlichen ist er freilich abends ein beliebter Treffpunkt. Man kann dort auf den Bänken und Mauern sitzen oder sich anlehnen und sich in den angrenzenden Geschäften mit Speis und Trank versorgen. Eine - meist alkoholisierte - Minderheit hinterlässt immer mal wieder Verschmutzungen und Beschädigungen. In der dunklen Busstation wird man ja nicht so leicht gesehen. Dass an dem Gebäude etwas getan werden muss, ist auch im Rathaus bekannt. Die hohen Kosten scheute man bis jetzt, auch aus Angst, Investitionen zur Attraktivitätssteigerung könnten durch Zerstörungen schnell wieder zunichte gemacht werden. Zudem lässt der strapazierte städtische Haushalt kaum Raum für Investitionen. Weil es sich aber letztlich um einen wichtigen Substanzerhalt handelt, macht sich Gladenbachs im März 2011 neu gewählter Ortsbeirat intensiv Gedanken, wie sich die Busstation und damit der „Kopf“ des Marktplatzes attraktiver gestalten ließe. Weil man auf etwaige Investitionen der Stadt, die über das Programm „Stadtumbau West“ gefördert werden könnten, nicht warten wollte, hatten die Mitglieder des Gremiums die Absicht, selbst Hand anzulegen und unter anderem das Dach innen mit einer hellen Farbe zu streichen. Bei Ortsbegehungen nahm man das Gebäude näher unter die Lupe.

Gladenbacher Gremiumhat viele Ideen entwickelt

Das Gremium hat sich in zahlreichen Sitzungen, bei Gesprächen mit Fachleuten und in Veranstaltungen Gedanken um die Sanierung, Gestaltung und Nutzungsmöglichkeiten des Busbahnhofs gemacht. Die Ortsbeiratsmitglieder entwickelten Pläne und warben erfolgreich um Mithilfe bei beabsichtigten Arbeitseinsätzen.

Im Ortsbeirat macht sich mittlerweile eine gewisse Frustration breit. In einer Gemeinschaftsaktion wurde die Anlage zwar einer Grundreinigung unterzogen. Alle anderen Vorhaben musste das Gremium allerdings auf Eis legen.

Um zu erklären, warum es nicht voran geht, verfassten Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz und seine Stellvertreterin Karin Menzel einen „Offenen Brief“, der an die Gladenbacher Bürger gerichtet ist. „Nunmehr müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass unser Projekt zurzeit so nicht umgesetzt werden kann“, schreiben sie darin. Sie berichten von „großem persönlichen Engagement“ der Ortsbeiratsmitglieder bei der Entwicklung von Plänen. Die habe man dem Magistrat und der Öffentlichkeit vorgestellt. „Die Begeisterung der Bürger wurde uns kundgetan“, heißt es in dem Schreiben.

Erinnert wird an die Grundreinigung im Mai dieses Jahres und an das Vorhaben, mit einem Neuanstrich das Gebäude freundlicher und heller zu gestalten. Damit sollte der Busbahnhof einladender wirken als bisher. Denn - nicht nur nach Meinung des Ortsbeirates - ist der Busbahnhof eine wichtige Visitenkarte für Gladenbach, vor allem für Besucher, die mit dem Bus nach Gladenbach kommen. der Magistrat habe das Konzept des Ortsbeirats zunächst positiv aufgenommen, „um es einige Wochen später abzulehnen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Hans-Bernhard Schwarz und seine Kollegen im Ortsbeirat brachten bereits Anfang des Jahres ihr Bedauern darüber zum Ausdruck, dass für ihr „wichtigstes Projekt im Haushalt 2012 kein Geld bereitgestellt wurde.

Projekt „Innenstadtinsel“hat viele Unbekannte

Eine Extra-Haushaltsstelle für die Buswartehalle sei mit der Begründung abgelehnt worden, dass im Zuge des Projektes „Stadtumbau West 1,2 Millionen Euro für den Umbau der „Innenstadtinsel“ vorgesehen sind, sagte Schwarz damals. Ob bei diesem Stadtumbau-Projekt überhaupt eine Sanierung oder ein Umbau der Buswartehalle geplant ist, sei dem Ortsbeirat nicht bekannt, weil ihm noch keine Pläne vorlägen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Außerdem umfasse das Projekt ein großes Areal rund um den Marktplatz, beinhalte einen eventuellen Ankauf von Grundstücken sowie die Planungskosten. Ob daher überhaupt noch Geld für die Buswartehalle übrig bleibt, bezweifeln die Ortsvertreter mit Blick auf die leeren öffentlichen Kassen. Außerdem können von den Planungen bis zur Umsetzung des Innenstadtumbaus noch einige Jahre vergehen. Der beklagenswerte Zustand des Busbahnhofs werde somit möglicherweise noch einige Jahre andauern.

Positive Beispiele wie die Bürgeraktion ‚Renovierung Gemeinschaftshaus Mornshausen‘ oder Kulturscheune Frohnhausen hätten in der Kernstadt keine Chance, heißt es in dem „Offenen Brief“. Aber der Ortsbeirat verspricht den Bürgern, dass er sich weiterhin für eine positive Gestaltung des Busbahnhofs starkmachen werde. das dokumentiert das Gremium mit einem weiteren Vorschlag zur Umgestaltung und besseren Nutzung des Gebäudes. Die Toiletten könnten in ein zu errichtendes Toilettenhaus ausgelagert werden, die so gewonnene Fläche könnte dem Kiosk zugeschlagen werden, der sich dann effizienter betreiben lasse.

von Hartmut Berge

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